öffentlich
Redaktion Druckversion

Unternehmer auf Zeit statt arbeitslos!

Arbeitslos, aber zwischendurch selbstständig - das geht auch ohne Gründungszuschuss

4.34091
(44)
Beitrag bewerten
Stand: 13. Januar 2012 (aktualisiert)

Der Gründungszuschuss ist nicht die einzige Möglichkeit, mit der sich gründungswillige Arbeitslose beim Start in die Selbstständigkeit von der Arbeitsagentur unterstützen lassen können: Wir stellen die Variante "Selbstständig auf Zeit" kurz vor.

Wenn von der Gründungsförderung der Agentur für Arbeit die Rede ist, dann fällt unweigerlich das Stichwort Gründungszuschuss. Dessen Konditionen haben sich seit der jüngsten Gesetzesnovelle leider drastisch verschlechtert. Was viel zu wenig bekannt ist: Es gibt mindestens drei verschiedene Möglichkeiten, sich bei der selbstständigen Verwertung der eigenen Arbeitskraft von der Arbeitsagentur unterstützen zu lassen:

  • Variante 1 "Nebeneinkünfte": Sie dürfen während des Bezugs von Arbeitslosengeld (ALG) durchaus "nebenberuflich" selbstständig tätig sein. Voraussetzung ist lediglich ein Gewerbeschein oder eine Mitteilung an das Finanzamt, dass Sie freiberuflich arbeiten wollen. Beim ALG I darf Ihre Selbstständigkeit inklusive Vor- und Nachbereitung allerdings nicht mehr als 15 Wochenstunden in Anspruch nehmen. Beim ALG II entfällt diese zeitliche Obergrenze. Ihre Einkünfte aus der Selbstständigkeit werden - nach Abzug der notwendigen Ausgaben - auf Ihre Arbeitslosengeldansprüche angerechnet. Beim ALG I gilt dabei ein Freibetrag von 165 Euro.

  • Variante 2 "Arbeitslosigkeits-Unterbrechung": Sofern Sie sich für die Dauer einzelner Projekte aus der Arbeitslosigkeit verabschieden, dürfen Sie ganz offiziell "Unternehmer auf Zeit" sein. Sobald der Auftrag abgearbeitet ist, melden Sie sich wieder arbeitslos und beziehen weiter die Lohnersatzleistungen. Die erzielten Einkünfte dürfen Sie für sich behalten. Bei ALG-II-Empfängern werden die Gewinne aus der Selbstständigkeit allerdings bei der Ermittlung der Hilfebedürftigkeit mit einbezogen. Einzelheiten entnehmen Sie dem Beitrag "ALG II und Selbstständigkeit".

  • Variante 3 "Richtige" Unternehmensgründung: Wenn Sie nach einigen Testballons Ihrer Sache als Selbstständiger ziemlich sicher sind, kommen der Gründungszuschuss (bei verbliebendem ALG-I-Anspruch von mindestens 150 Tagen) oder das Einstiegsgeld (bei vorherigem Bezug von ALG II) in Betracht.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit Variante 2, der "befristeten Selbstständigkeit", mit der die Arbeitslosigkeit vorübergehend unterbrochen wird.

Eine vollständige Übersicht über alle drei Möglichkeiten, garniert mit Tipps und Tricks für die praktische Umsetzung, liefert unser Kurs "Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit". Der Kurs ist für unsere Mitglieder reserviert. Informationen zur Mitgliedschaft bei akademie.de finden Sie hier.

Zeitvertrag als Selbstständiger

Für Erwerbslose, die als Kleinunternehmer oder als Freelancer einen größeren Auftrag ergattern, kann es durchaus sinnvoll sein, sich phasenweise aus der Arbeitslosigkeit abzumelden. Am besten stellen Sie sich das vor wie einen befristeten Angestelltenvertrag: Mit der Aufnahme der neuen Tätigkeit endet die Arbeitslosigkeit und setzt - rechtzeitige Arbeitslosmeldung vorausgesetzt - nahtlos wieder ein, sobald das Projekt erledigt ist.

Für Sie als Selbstständigen heißt das:

  • Sie teilen der Arbeitsagentur zunächst mit, dass Sie eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen.

  • Dann wickeln Sie Ihren Auftrag ab und schreiben die Rechnung.

  • Anschließend melden Sie sich wieder arbeitslos.

An- und Abmeldungen sind dabei im Prinzip von Tag zu Tag möglich. Erfahrungsgemäß klappt die Umstellung vom Arbeitslosen- auf Unternehmerstatus (und umgekehrt) jedoch wochenweise am besten.

Erster Vorteil gegenüber der Nebenerwerbs-Variante: Ihre Einkünfte werden nicht auf das Arbeitslosengeld I angerechnet - schließlich beziehen Sie ja in der Zeit Ihrer selbstständigen Tätigkeit auch keine Lohnersatzleistungen. Dafür müssen Sie in dieser Zeit aber auch selbst für Ihre Sozialversicherung sorgen.

Bei Selbstständigen geht es jedoch "nur" um die Kranken- und Pflegeversicherung. Wichtig bei sehr kurzen Projektlaufzeiten von weniger als einem Monat: Damit es nicht zu einer Unterbrechung des Versicherungsschutzes kommt, sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, einen einmonatigen beitragsfreien "Nachversicherungsschutz" zu gewährleisten. Da die (wiederholten) Umstellungen für die Kassen einen beträchtlichen bürokratischen Aufwand bedeuten, kommen Sie in diesem Fall mit ein wenig Glück sogar ganz um zusätzliche Krankenkassenbeiträge herum.

Im Übrigen bieten die meisten Krankenkassen in vielen Fällen nicht nur die normalen "einkommensabhängigen Beitragsbemessungen", sondern spezielle, vergleichsweise günstige Tarife für Selbstständige in der Anlaufphase.

Zweiter Vorteil: Die Zeiträume Ihrer Zwischenbeschäftigungen werden nicht auf die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I angerechnet. Falls Sie anschließend den Gründungszuschuss beantragen wollen, müssen Sie aber unbedingt darauf achten, dass Sie zum Zeitpunkt der Aufnahme Ihrer dauerhaften selbstständigen Tätigkeit noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld behalten.

Terminsache

Nehmen Sie es mit Ihren Meldungen an die Arbeitsagentur sehr genau: Sie müssen die Mitteilung nicht nur unbedingt vor Beginn Ihrer selbstständigen Tätigkeit vornehmen, sondern - zumindest beim ersten Mal - auch persönlich bei der Arbeitsagentur erscheinen und "in Arbeit" verabschieden.

Sofern Sie die Dauer Ihres Projektes von vornherein absehen können, teilen Sie das Ende Ihrer vorübergehenden Beschäftigung bei dieser Gelegenheit gleich mit. Der Leistungsbezug setzt dann automatisch nach Abschluss Ihres Ausflugs in die Selbstständigkeit wieder ein.

Anderenfalls müssen Sie sich anschließend wiederum persönlich arbeitslos melden. Sofern sich der Wechsel ins Unternehmerlager wiederholt und Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Arbeitsberater pflegen, können Sie sich aber auch auf telefonische oder schriftliche Mitteilungen verständigen und so den bürokratischen Aufwand für beide Seiten minimieren.

Geschäft auf Gegenseitigkeit

Vor allem dann, wenn die Zeiträume Ihrer Selbstständigkeit länger und häufiger werden, wächst dabei die Wahrscheinlichkeit, auf ein offenes Ohr zu stoßen: Schließlich dokumentieren Sie mit Ihren unternehmerischen Aktivitäten, dass Sie sich aktiv um ein Ende Ihrer Beschäftigungslosigkeit bemühen, auf eigenen Füßen stehen wollen und nicht ausschließlich auf Segnungen der Arbeitsvermittlung vertrauen.

Ein solches Vertrauensverhältnis vorausgesetzt, wird es Ihnen auch gelingen, unerwünschte aber "zumutbare Beschäftigungen", überflüssigen Trainings- oder (für Sie) sinnlose "Maßnahmen der beruflichen Eingliederung" zu umgehen.

Trotzdem sind auch wiederholte selbstständige Zwischenbeschäftigungen keine Lösung für die Ewigkeit: Denn ...

  • Erstens dürfen Sie Ihren Kunden öffentlich keine durchgängige Verfügbarkeit garantieren (etwa Support-Dienstleistungen für das nächste Jahr o. ä.), denn das widerspräche Ihren Pflichten als Arbeitsloser.

  • Zweitens kollidiert eine solche halbherzige Vorgehensweise auf Dauer mit dem Selbstverständnis eines erfolgreichen Unternehmers. Ganz gleich ob als selbstständiger Einzelkämpfer oder Unternehmer mit Angestellten: Erfolg setzt langfristig auch das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit voraus. Gerade diese Selbstwahrnehmung wird letztlich jedoch durch die Einplanung staatlicher Hilfsleistungen untergraben.

Andererseits: Von vornherein auf Unterstützung der Arbeitsagentur zu verzichten, brauchen Sie bei einer "richtigen" Existenzgründung nicht. Welche Leistungen möglich sind, erfahren Sie in unserem Kurs zum Thema "Arbeitslos selbstständig".

Beitrag bewerten

Ihre Wertung:

 

Antwort: Abmeldung

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre nette Rückmeldung. Ganz allgemein lässt sich sagen: Eine tageweise Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit ist grundsätzlich zulässig. Dient ein solcher Leistungsverzicht jedoch dem Zweck, die Anrechnung von selbstständigem Nebeneinkommen zu vermeiden, dürfte dem § 46 SGB I
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_1/__46.html
entgegenstehen: Demnach ist ein Leistungsverzicht ...
------------ Zitat ----------------
... unwirksam, soweit durch ihn andere Personen oder Leistungsträger belastet oder Rechtsvorschriften umgangen werden.
----------Zitat-Ende --------------
Umgangen würde in diesem Fall § 155 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__155.html,
in dem die Anrechnung der Nebeneinkünfte von Arbeitslosen geregelt ist.

Vielleicht hilft Ihnen das ja schon ein wenig weiter.

Viele Grüße
Robert Chromow

Antwort: Abmeldung

Guten Tag Herr Chromow,

aus dem Thema ab- und anmelden werde ich irgendwie nicht ganz schlau, denn mir scheint, in den Beiträgen sind Unstimmigkeiten. An manchen Stellen heißt es, man darf sich für eine Nebentätigkeit vorübergehend abmelden - Sie empfehlen wochenweise - und in dieser Zeit unbegrenzt hinzuverdienen. Doch laut diesem Beitrag darf man es doch nicht, bzw. nur 165 Euro sind anrechnungsfrei.

Wie ist denn nun die aktuelle Rechtslage? Darf man sich z.B. über mehrere Monate hinweg jeweils eine Woche pro Monat abmelden und dann wieder anmelden?
Und darf man in der abgemeldeten Woche unbegrenzt verdienen, ohne dass der Betrag mit dem ALG 1 verrechnet wird?

Ich würde mich sehr über eine verlässliche Auskunft freuen!

Vielleicht hat ja auch ein Leser dieses Artikels Erfahrung diesbezüglich gesammelt und mag dies kurz schildern?

Viele Grüße
Jan Müller

Antwort: Abmeldung

Guten Tag, Herr Müller,
bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt handelt es sich nicht um "Unstimmigkeiten", sondern um die von Ihnen gewünschte Schilderung der aktuellen Rechtslage:
1. Arbeitslose dürfen durch Nebenjobs und nebenberufliche selbstständige Tätigkeiten höchstens 165 Euro pro Monat hinzuverdienen.
2. Wer sich aus der Arbeitslosigkeit abmeldet, um eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit von mehr als 15 Wochenstunden auszuüben, ist per Definition nicht mehr arbeitslos und darf grundsätzlich so viel verdienen, soviel er oder sie will bzw. kann.

Problematisch wird das wiederholte An- und Abmelden, wenn damit offensichtlich versucht wird, zu Unrecht Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Naturgemäß besteht diese Gefahr bei Arbeitnehmern weniger als bei Selbstständigen. Trotzdem ist der von Ihnen geschilderte Fall (abwechselnd eine Woche selbstständig, drei Wochen arbeitslos - und das über Monate hinweg) im Einzelfall auch bei selbstständigen und gewerblichen Tätigkeiten denkbar und praktikabel. Sie müssen aber in der Lage sein, der Arbeitsagentur die Gründe für das Auf und Ab plausibel zu machen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie übrigens weiter oben im Taxt im Abschnitt "Geschäft auf Gegenseitigkeit".

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Abmelden

Guten Tag Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre Antwort! Ich vermute, diese Idee lässt sich dann wohl eher nicht umsetzen. Denn wenn die Rechtslage so ist, kann man wohl nicht wirklich mit der Arbeitsagentur sprechen über Gründe für solch einen Ab-und-Anmelderhythmus. Selbst wenn es einem vielleicht die Tür zu einem festen Job öffnet, beinhaltet es ein "Hinzuverdienen", das der Arbeitsagentur wahrscheinlich nicht passen wird. Schade.

Freundliche Grüße
Jan Müller

Rückwirkende Abmeldung möglich wegen Selbständigkeit möglich?

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich verfolge die Diskussionen im Forum und habe nun selbst eine Frage:

Ich bin seit 1.7.2014 nach 30 Jahren durchgehender Beschäftigung erstmalig arbeitslos. Ich erhalte seit 1.7.2014 ALG. Ich habe mich wegen eine selbstständigen/freiberuflichen Tätigkeit als Beraterin im Juli vier einzelne Tage abgemeldet (jeweils im voraus). Das wurde von der Beraterin in der Leistungsabteilung zunächst so erfasst und die Beraterin hatte mir auch bestätigt, dass die tageweise Abmeldung möglich ist und diese Tage wurden beim Leistungsbezug des ALG I im Juli abgezogen. Nun habe ich per Post eine Mitteilung erhalten, dass die Bearbeitung fehlerhaft erfolgte und eine tageweise Abmeldung nach Urteilen vom Sozialgericht (24.5.2013) nicht mehr in Betracht kommt und ich werde gebeten, mein Einkommen an den abgemeldeten Tagen zu melden, damit eine Überarbeitung erfolgen kann.

Am liebsten würde ich mich nun rückwirkend für den Juli komplett vom ALG 1 abmelden, da meine Einkünfte den erlaubten Nebenverdienst deutlich übersteigen und ich mir dann lieber den Anspruchszeitraum "sichere", für Monate in denen ich gar kein oder nur geringe Nebeneinkünfte erziele.

Frage 1: Ist die rückwirkende Abmeldung aufgrund des Fehlers der AA möglich?
Frage 2: Ist denn die wöchentliche Abmeldung im voraus wegen selbständigen Nebeneinkünften nach wie vor möglich, auch wenn es tageweise nicht mehr akzeptiert wird?

Vielen Dank für Ihre Antwort und mit besten Grüßen!

Antwort: Rückwirkende Abmeldung ...

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Wenn Sie sich arbeitslos gemeldet haben und tatsächlich arbeitslos waren, dürfte eine rückwirkende Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit schwierig sein. Da erscheint es mir aussichtsreicher, wenn Sie mit Hinweis auf den Ihnen zustehenden Vertrauensschutz gegen den korrigierten Bescheid Widerspruch einlegen und die Wiedereinsetzung des ursprünglichen Bescheids beantragen. Ob und wie das möglich ist, besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt - oder Sie fragen beim Tacheles-Forum nach:
http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/
Dass die wöchentliche Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit nicht mehr möglich sein soll, ist mir nicht bekannt. Bitte beachten Sie, dass der Beitrag die Rechtslage vom Januar 2012 widerspiegelt. Zwischenzeitliche Änderungen werden wir bei nächster Gelegenheit einarbeiten.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

über mehrere Monate abmelden

Sehr geehrter Hr. Chromow,

offiziell bin ich zu Anfang August ordnungsgemäß arbeitssuchend gemeldet.

Jetzt könnte ich aber als Freiberufler in ein Projekt für mehrere Monate starten (inkl. Option auf Verlängerung). Projektstart wäre sogar noch im Juli.

Kann mich also auch für mehrere Monate abmelden und im Abschluss weiter ALG I beziehen?

Hast es Auswirkungen, wenn man in das Projekt startet und erst nach ein paar Tagen Probearbeit seinen Berater darüber informiert. Gerade die Tage im Juli betreffen ja die Arbeitslosigkeit noch nicht (Freistellung).

Vielen Dank vorab.

Antwort: über mehrere Monate abmelden

Guten Tag,
eine Einzelfallbereatung ist auf diesem Weg nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1.
Wenn Sie sich zum 1. August arbeitssuchend gemeldet haben und noch im Juli eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen, werden Sie gar nicht erst arbeitslos. Insofern brauchen Sie sich auch nicht abzumelden. Ihr bisheriger Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt grundsätzlich erhalten.

2.
Falls die Selbstständige eine dauerhafte Perspektive ist, sollten Sie (am besten mit Unterstützung eines örtlichen Gründungsberaters) prüfen, ob ein Antrag auf Gründungszuschuss Aussicht auf Erfolg hat. Mehr dazu unter:
https://www.akademie.de/wissen/existenzgruendung-aus-arbeitslosigkeit

3.
Falls die Selbstständigkeit länger dauert, sollten Sie außerdem prüfen, ob sich in Ihrem Fall die "freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige" lohnt. Mehr dazu im gleichnamigen Praxisleitfaden:
https://www.akademie.de/wissen/freiwillige-arbeitslosenversicherung-fuer-...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Rentenversicherung

bei Bezug von ALG I zahlt die Arbeitsagentur Bweiträge in die Rentversicherung. Haben Abmeldungen von z.B. jeweils 2 Wochen später Einfluss auf eine lückenlose Versicherungszeit in der Rentenversicherung?
Das könnte für die zukünftige Regelung der Rente mit 63 und 45 Versicherungsjahren relevant sein.
Vielen Dank

Antwort: Rentenversicherung

Guten Tag,
wenn Sie sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden und kurzfristig einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, sind Sie nicht mehr arbeitslos. Die Arbeitsagentur zahlt dann auch keine RV-Beiträge mehr. Eine solche (z. B. zweiwöchige) "Lücke" hat auf die späteren Ansprüche auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung aber keine spürbaren nachteiligen Folgen. Der Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren steht das schon gar nicht im Weg: Von "Lückenlosigkeit" ist in diesem Zusammenhang m. W. nicht die Rede.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gibt es keine Grenze für die Arbeitszeit oder das Einkommen?

Guten Tag,

ich bin seit dem 1. Januar arbeitslos (und beziehe ALG I) und habe nun ein Angebote bekommen, regelmäßig mehrere Tage die Woche selbstständig zu arbeiten.

Daraufhin habe ich mich bei der Agentur für Arbeit nach einem Gründungszuschuss in die Selbsttändigkeit erkundigt. Mir wurde mitgeteilt, dass ich als Akademiker "zu gut qualifiziert" sei und daher gar nicht erst versuchen müsste, einen Antrag zu stellen.
Als Alternative wurde mir angeboten, mich tageweise vom ALG an- und abzumelden.

Angeblich gäbe es hierbei weder eine Einkommensgrenze, noch eine Maximalanzahl der Tage, die ich nebenher arbeiten könne. Was mich dabei wundert ist jedoch: Könnte ich so theoretisch so viele Tage wie ein normaler Arbeitnehmer (17,6/Monat) selbstständig arbeiten und mich die restlichen Tage arbeitslos melden? In diesem Fall würde ich mich ja sozusagen für Wochenende, Feiertage, Urlaub und Krankentage arbeitslos melden, und die restliche Zeit arbeiten. Das erscheint mir doch merkwürdig, ich kann aber leider auch nichts finden, wo man die Sachlage dazu nachlesen kann.

Vielen Dank für Ihre Information!

Antwort: Gibt es keine Grenze für die Arbeitszeit oder das Einko

Guten Tag,
die Sachlage ist im Text weiter oben ausführlich beschrieben. Die Rechtslage finden Sie in § 136ff SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/
Kurz gesagt: Ja, Sie dürfen sich für zwischenzeitliche selbstständige Tätigkeiten aus der Arbeitslosigkeit abmelden und sich nach Beendigung des Auftrags wieder arbeitslos melden. Einkommens- und Arbeitszeitgrenzen gibt es nicht.

Theoretisch ist das Ummelden sogar tageweise möglich. Lt. § 141 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__141.html
... sind Sie aber verpflichtet, sich persönlich arbeitslos und wieder abzumelden. Damit gehen Ihnen bereits zwei Arbeitstage pro Woche verloren. Eine Beschränkung der Arbeitslosigkeit auf Wochenenden und Feiertage ist nicht möglich.

Hinzu kommen die Auswirkungen der An- und Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit auf die Sozialversicherung: So müssen Sie sich während einer vorübergehenden selbstständigen Tätigkeit zum Beispiel selbst um Ihre Krankenversicherung kümmern. Insofern ist der wiederholte taggenaue Umstieg zwischen Arbeitslosigkeit und Selbstständigkeit wenig praktikabel. Ein wochenweiser Wechsel zwischen Arbeitslosigkeit und Selbstständigkeit hingegen schon: Die Einzelheiten besprechen Sie am besten mit Ihrem Arbeitsberater. Der hat Ihnen die Möglichkeit ja sogar empfohlen.

Apropos: Mit dem Verweis auf eine vermeintliche Überqualifizierung sollten Sie sich nicht abspeisen lassen. Einen Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss gibt es zwar nicht mehr. Die Ablehnung eines Antrags erfordert jedoch immer eine Einzelfallprüfung / -begründung und darf nicht pauschal erfolgen. Falls Sie ernsthaft eine Existenzgründung in Erwägung ziehen, suchen Sie sich am besten einen erfahrenen Gründungsberater vor Ort, der sich mit der Vergabepraxis Ihrer Arbeitsagentur auskennt. Hartnäckige Berater und Klienten mit tragfähigen Geschäftskonzepten finden oft einen Weg zum Gründungszuschuss.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sehr geehrter Herr

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen herzlichen Dank für die ausführlichen Informationen!

Ich habe daraufhin noch einmal bei der Hotline angerufen und erfahren, dass die An- und Abmeldung auch telefonisch über die Hotline möglich ist. (Vielleicht auch für alle anderen in diesem Forum von Interesse.)

Ihren Hinweis zum Thema Gründungszuschuss werde ich beherzigen und trotzdem einen Antrag stellen. Können Sie mir noch etwas dazu sagen, was genau ein Gründungsberater ist, oder wie ich einen finde? Ist das so eine Art Steuerberater?

Herzlichen Dank!!

Tageweise Unterbrechung

Die Auskünfte der Arbeitsagentur zur tageweisen Unterbrechung sind leider nicht verlässlich. Habe gerade erhebliche Probleme deswegen und suche dringend kompetente Beratung bzw. Unterstützung!Wer kann die leisten?

Antwort: Tageweise Unterbrechung

Guten Tag,
die tageweise Unterbrechung der Arbeitslosigkeit ist ein in rechtlicher und organisatorischer Hinsicht schwieriges Thema. Am besten wenden Sie sich an eine Arbeitsloseninitiative vor Ort. Manche Städte und Gemeinden bieten auch eine öffentliche Rechtsauskunft. Ansonsten bleibt Ihnen nur der Weg zu einem Rechtsanwalt, der sich mit gesetzlichen Sozialversicherungen auskennt.

Tipp: Unter Umständen haben Sie sogar Anspruch auf "Beratungshilfe". Infos dazu bietet unser Beitrag
"Beratungshilfe: kostenlose Rechtshilfe mit dem Beratungshilfeschein"
https://www.akademie.de/wissen/beratungshilfeschein-kostenlose-rechtshilfe

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung: Wenn eine Arbeitsagentur die telefonische An- und Abmeldung zulässt, handelt es sich um ein Entgegenkommen. Das Gesetz sieht ausdrücklich die persönliche Arbeitslosmeldung vor.

Zu Ihrer Frage: "Gründungsberater" ist keine geschützte Berufs- oder Funktionsbezeichnung. Es handelt sich um Unternehmensberater, Organisationsberater, Steuerberater, Business-Coaches etc., die sich (auch) darauf spezialisiert haben, Selbstständige und Unternehmer beim Schritt in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

Passende Berater finden Sie zum Beispiel über regionale Gründungszentren, Wirtschaftsförderer, Handels- und Handwerkskammern. Sie können natürlich auch befreundete Selbstständige nach ihren Erfahrungen fragen. Viele Gründungsberater sind außerdem in der bundesweiten KfW-Beraterbörse registriert:
https://beraterboerse.kfw.de/

Viel Erfolg & freundliche Grüße
Robert Chromow

Zeitvertrag als Selbstständiger

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre tollen Ausführungen. Für mich stellen sich folgende allgemeine Fragen.

Ich plane mich zu 1.7.2014 selbstständig zu machen und komme aus einer ungekündigten 18-jährigen Angestelltentätigkeit.

Mein theoretischer Anspruch auf ALG 1 wären bei meinem Alter 12 Monate (360 Tage).

Nun zur Frage:
Wenn ich Unternehmer auf Zeit werde, um in die Selbstständigkeit hineizuschnuppern, z.B. in dem ich 2 Wochen arbeite und mich dann 2 Wochen arbeitslos melde, kann ich dann auch ALG 1 beziehen, wenn ich noch nie Arbeitslosengeld bezogen habe und mich auch bisher nicht bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet habe, weil ich ja direkt vom Angesteltenverhältnis in die Selbstständigkeit wechsle? Oder muss man mind 1 Tag ALG1 bezogen haben , damit man dann Anspruch auf ALG1 hat. Und wie verhält sich das mit meiner wahrscheinlichen Sperrfrist von 3 Monaten.

Macht es hier eher Sinn mit dem SB der Arbeitsagentur zu sprechen oder mit einem Gründerberater?

Vielen Dank schon mal vorab für die Antwort
MfG
Schorse

Antwort: Zeitvertrag als Selbstständiger

Hallo Schorse,
vielen Dank für die nette Rückmeldung.

Zu Ihren Fragen: Die Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld I erfüllen Sie zweifellos. Akuten Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Sie aber nur, wenn Sie tatsächlich arbeitslos werden und sich arbeitslos melden. Bei direktem Wechsel vom Angestelltendasein in die Selbstständigkeit werden Sie zwischendurch nicht arbeitslos. Sie haben dann weder Anspruch auf ALG I noch die Chance, den Gründungszuschuss zu beantragen.

Was Sie mit "Zeitvertrag als Selbstständiger" meinen habe ich nicht so richtig verstanden - Versuchsballons als "Unternehmer auf Zeit" machen aber nur Sinn, wenn Sie sich nach Ihrer Arbeitnehmertätigkeit erst einmal arbeitslos melden. Bitte beachten Sie: Wenn Sie selbst (ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes) kündigen, droht Ihnen eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen. Ein Restanspruch von ca. 9 Monaten bliebe Ihnen aber erhalten.

Die Details Ihres Vorhabens besprechen Sie am besten mit einem Gründungsberater, der sich mit der Vergabe des Gründungszuschusses in Ihrer Region auskennt. Falls Sie den in Ihrer Nähe nicht finden, können Sie die bewährten bundesweiten Beratungsangebote von gruendungszuschuss.de in Anspruch nehmen:
http://www.gruendungszuschuss.de/service-menue/beratung/fragen.html
Dort gibt es sogar einen vergleichsweise günstigen Experten-Rückrufservice
http://www.gruendungszuschuss.de/service-menue/beratung/fragen.html

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag - nicht verstanden

Hallo,
ich habe die u.s. zum Thema Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag noch nicht ganz verstanden. Darf ich für meinen Fall nochmal nachfragen?

Die Fakten:
- ALG I erhalten im Juli 2013 (1.-31.)
- Gründungszuschuss von 1.8.2013 bis 31.1.2014
- Restanspruch an ALG I: 5 Monate - also, wenn ich nicht unterbreche, dann Anspruch vom 1.2.2014 bis 30.6.2014
- Ich habe mich pflichtversichert auf Antrag - also die "private Abeitslosenversicherung für Selbstständige" abgeschlossen

Die Frage:
Kann ich den restlichen ALG I-Anspruch so oft unterbrechen wie ich will?

Beispiel:
Im Februar habe ich einen Kundenauftrag für 5 Tage. Für diese Zeit melde ich mich vom ALG I ab. Die 5 Tage werden an den verbleibenden ALG I-Anspruch hinten "rangehängt". d.h. ich habe Anspruch bis 5.7.2014
Dann habe ich im März einen Auftrag für 3 Tage. Für diese melde ich mich ab. Die 3 Tage werden wieder "hinten rangehängt". Anspruch geht jetzt bis 8.7.2014.
Dann habe ich im Juni einen Auftrag für 6 Tage. Ich melde mich ab. Anspruch wird "hinten rangehängt" und geht somit bis 14.7.2014. usw.

Das Einzige, was mir zum Nachteil gereicht ist, dass ich mich nicht mehr "freiwillig arbeitslos versichern kann", korrekt? An dem verbleibenden 5 Monaten ändert sich nichts, richtig?

Danke für eine Erklärung

Antwort: Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag

Guten Tag,
ja, Sie dürfen nachfragen: Unter anderem dafür ist der Kommentarbereich gedacht - vorausgesetzt, Sie betrachten die Antworten nicht als Einzelfallberatung, sondern nur als unverbindliche Aussagen zur allgemeinen Rechtslage. Mehr ist an dieser Stelle nicht möglich und zulässig.

Zu Ihren Fragen:

1. Ja, Ihr restlicher ALG I-Anspruch bleibt Ihnen m. W. grundsätzlich erhalten, auch wenn Sie Ihre Arbeitslosigkeit wiederholt unterbrechen.

2. Auch mit Ihrer zweiten Annahme liegen Sie richtig: Nach der zweiten Unterbrechung kommen Sie nicht mehr zurück in die "Arbeitslosenversicherung für Selbstständige" (die offiziell "Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag" heißt und bei der es sich _nicht_ um eine "private Arbeitslosenversicherung" handelt!).

So oder so: Hoffentlich müssen Sie die Versicherung gar nicht in Anspruch nehmen!

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Herzlichen Dank - das hilft

Herzlichen Dank - das hilft mir weiter.
Weiter viel Erfolg mit Ihrer Site und Ihrer Hilfe für uns alle!

3 Tage Freiberuflichkeit pro Woche befristet

Hallo,
ich bekomme derzeit ALG I und habe nun ein Angebot bekommen, 3 Tage die Woche (21 Unterrichtsstunden à 45 min) zu unterrichten, allerdings nur bis Mitte Dezember 2013. Jetzt meine Frage: Kann ich mich für diese 3 Tage pro Woche abmelden von der Arbeitslosigkeit und kann die Stelle annehmen - ohne, dass ich dadurch irgendwelche Abzüge habe? Ansonsten kann ich mir das nicht leisten, wenn ich nur auf diese Stelle zurückgreifen kann und ich müsste die Stelle absagen. Wie sollte ich das auf der Arbeitsagentur am Besten angehen? Gibt es eine Rechtsgrundlage, die ich angeben könnte?
Vielen Dank für Ihre Hilfe im Voraus.

Liebe Grüße
Eva

Antwort: 3 Tage Freiberuflichkeit pro Woche befristet

Hallo Eva,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich und zulässig. Deshalb nur ganz allgemein:

Eine wöchentlich wiederkehrende An- und Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit ist aus meiner Sicht nicht kompatibel mit dem weiter oben beschriebenen Konzept der "Unternehmerin / Freiberuflerin auf Zeit". In dem von Ihnen geschilderten Fall gilt das schon allein deshalb, weil Ihre wöchentliche Gesamtarbeitszeit höher als 15 Stunden ist und Sie damit per Definition nicht mehr als arbeitslos im Sinne des § 138 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__138.html
... gelten.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Arbeitslosigkeitsunterbrechung

Sehr geehrter Herr Chomrow,
mit Interesse habe ich Ihre Ausführungen zu dem o.g. Thema gelesen.
Ich habe folgende Frage:
Ich bin seit 1.4. erstmalig arbeitslos gemeldet, habe noch kein Arbeitslosengeld bezogen (vorläufige Sperrzeit 1.4. bis 23.6). Ich möchte mein eigenes Gewerbe anmelden. Verstehe ich es richtig: wenn ich mich jetzt als Freiberufler anmelde beim Finanzamt, ist das nur als Nebengewerbe möglich, da das Arbeitsamt mir ansonsten kein Arbeitslosengeld zahlt, wenn ich zu 100% gewerblich tätig werde? Ist es möglich für mich, mein Gewerbe zwar als Nebengewerbe anzumelden, mich aber dann trotz alledem für die Tage, wo ich Aufträge habe, mich vom Arbeitslosengeldbezug für diese Tage abzumelden? Dann wäre ich an die Einnahmenobergrenze mit EURO 165 für Nebengewerbe nicht gebunden und könnte vernünftig mein Business aufbauen. Die Möglichkeit der Beantragung eines Existenzgründungszuschuss möchte ich nicht wählen, da es letzen Endes im Ermessen des Arbeitsamtes liegt, ob dieser überhaupt gewährt wird für 6 Monate. Insofern stelle ich mich mit ALG I besser, zumal man die Tage ohne Arbeitslosengeldbezug hinten dran hängen kann.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung.

Antwort: Arbeitslosigkeitsunterbrechung

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ihre Fragen berühren viele verschiedene Aspekte - die ich aber nur ganz allgemein beantworten kann:

1. Während Sie arbeitslos gemeldet sind, dürfen Sie nur nebenberuflich arbeiten (ganz gleich, ob angestellt oder selbstständig), da Sie ab einer Wochenarbeitszeit von 15 Stunden per Definition nicht mehr als arbeitslos gelten.

2. In Zeiten, in denen Sie sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden, dürfen Sie dagegen Vollzeit arbeiten und die 165-Euro-Grenze für Nebeneinkünfte gilt nicht: Sie sind ja nicht arbeitslos.

3. Ob Sie sich mit ALG I tatsächlich besser stehen als mit dem Gründungszuschuss, kann ich nicht beurteilen. Ich würde an Ihrer Stelle die Flinte aber nicht zu früh ins Korn werfen: Mit einer tragfähigen Geschäftsidee und einem ordentlichen Geschäftsplan lassen sich viele Arbeitsagenturen nach wie vor überzeugen.

4. Umgekehrt kann ihnen die Arbeitsagentur viele zeitraubende Auflagen machen und Schwierigkeiten bereiten, wenn erkennbar wird, dass Sie die Phasen der Arbeitslosigkeit nur als Zwischenfinanzierung von Flautenzeiten während der Startphase Ihrer Selbstständigkeit nutzen. Im ungünstigsten Fall kann von Ihnen sogar verlangt werden, Ihr Gewerbe bzw. Ihre freiberufliche Selbstständigkeit abzumelden.

Am besten lassen Sie sich von einem kompetenten Gründungsberater während der Anlaufphase unterstützen. Gründungsberatungen werden übrigens staatlich gefördert - Stichwort: "Gründercoaching":
https://www.akademie.de/node/126755.

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Arbeitslosigkeitsunterbrechung

Sehr geehrte Herr Chromow,
vielen Dank für diese wertvolle Rückmeldung. Die Gründungsberatung ist ein guter Hinweis. Zwischenzeitlich habe ich ebenfalls einen Termin bei einem Rechtsanwalt vereinbart. Schauen wir mal, wie das Endergebnis aussieht.
Besten Dank für Ihre sehr gute Unterstützung!

Ein guter Überblick

Danke für den guten Überblick. Mir fehlen jedoch für den Teil "Unternehmer auf Zeit" noch Informationen, die ich auch in anderen Beiträgen nicht finden konnte.

Wenn ich Unternehmer auf Zeit werde und bspw. zu Beginn einer freiberuflichen Tätigkeit als beratender Ingenieur zwei Tage die Woche arbeite und mich in dieser Zeit aus der Arbeitslosigkeit abmelde, wie funktioniert das dann mit Krankenversicherung und Rentenversicherung?

Zeitmäßig bin ich dann ca. 70% arbeitslos jedoch sind die Einkünfte aus der freiberuflichen Tätigkeit weitaus höher. Zahlt dann trotzdem das Arbeitsamt den Rentenversicherungsbeitrag voll? Bezahlt dann das Arbeitsamt nur 70% der Pflichtbeiträge der Krankenkasse? Gibt es dazu allgemeingültige Regeln und Vorschriften?

Guten Tag und vielen Dank für

Guten Tag und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung:
Für die Dauer Ihrer vorübergehenden Selbstständigkeit müssen Sie sich selbst um Ihre Sozialversicherung kümmern. Wirklich unverzichtbar bei kurzfristiger Selbstständigkeit ist zum Glück nur die Kranken- und Pflegeversicherung.
Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Kapitel "Schritte in die Selbstständigkeit"
https://www.akademie.de/node/126772
... unseres Infopakets "Gründung aus der Arbeitslosigkeit"
https://www.akademie.de/wissen/existenzgruendung-aus-arbeitslosigkeit
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Unternehmer auf Zeit-Ausschluss freiwill. Arbeitslosenversichg.

Hallo,
wenn man als Selbständiger in die freiwillige Arbeitslosenversicherung einbezahlt hat gibt es, soviel ich weiss, seit 2010 die Änderung, dass man sich nur noch zweimal arbeitslos melden darf, dann fliegt man raus.
Würde in diesem Fall die kurzfristige Unterbrechung von Arbeitslosigkeit als "Unternehmer auf Zeit" dazu zählen? Also das z.B. kurzfristige Abmelden für eine Woche, um einen Auftrag anzunehmen und nachherige Wiederanmelden beim Arbeitsamt(wie in Ihrem Artikel beschrieben)?Ich habe darüber nicht einmal auf dem Arbeitsamt selbst Auskunft erhalten.
Vielen Dank und beste Grüsse.

Antwort: Unternehmer auf Zeit-Ausschluss freiwill. Arbeitslosenv

Hallo,
wenn Sie sich als freiwillig versicherter Selbstständiger arbeitslos melden, können Sie sich tatsächlich nur einmal aus der Arbeitslosigkeit ab- und wieder arbeitslos melden. Wenn Sie sich dann dann noch einmal aus der Arbeitslosigkeit abmelden, ist anschließend ein erneutes "Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag" nicht mehr möglich. Auf die Dauer der zwischenzeitlichen Selbstständigkeit kommt es dabei nicht an. So jedenfalls steht es in § 28a SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__28a.html
Sie fliegen nicht raus, sondern kommen umgekehrt nicht wieder rein.
Für arbeitslose Selbstständige ist die Variante "Unternehmer auf Zeit" also normalerweise keine sinnvolle Option.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren