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Mahnung im Schnellüberblick: Korrektes Mahnen, Verzug und Mahnverfahren

So mahnen Sie richtig: Was Sie über Mahnungen, Mahnpauschale und Verzugszinsen wissen sollten

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Stand: 12. November 2014 (aktualisiert)

Sich mit Mahnungen, Verzug und Zahlungsfristen auskennen – das ist für alle Unternehmer und Selbstständige wichtig. Früher oder später hat man bestimmt mit einer unbezahlten Rechnung zu tun. Wir erklären die Rechtslage beim Mahnen und zum Verzug, stellen die 40-Euro-Mahnpauschale vor und geben Tipps für ein effektives Mahnverfahren.

Muster zum Download: Mahnschreiben mit Mahnpauschale

Als Mitglied von akademie.de können Sie sich ein Mahn-Musterschreiben auf Basis der Mahnpauschale im Word-Format herunterladen und für eigene Zwecke anpassen.

Download: Muster-Mahnschreiben (Mahnpauschale, für Geschäftskunden, .doc-Datei)

"Mahn-Basics" im Schnellüberblick

  • Es gibt keine Pflicht, dreimal zu mahnen.

  • Geschäftskunden geraten sogar ganz ohne Mahnung in Verzug – laut Gesetz spätestens dann, wenn sie 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung nicht bezahlt haben.

  • Privatkunden kommen bei verspäteter Zahlung nur dann automatisch in Verzug, wenn sie in der Rechnung ausdrücklich auf die 30-Tages-Frist und den drohenden Zahlungsverzug hingewiesen wurden.

  • Ab dem Verzugszeitpunkt können Sie Verzugszinsen fordern. Auch Ihre Mahnkosten muss der Schuldner bezahlen. Bei Unternehmern, die in Verzug geraten, dürfen Sie unabhängig von der Höhe der Forderung eine "Mahnpauschale" von 40 Euro berechnen.

  • Sie können beim Geschäftsabschluss mit Ihren Kunden abweichende Zahlungsziele vereinbaren. Für Abnahme- und Zahlungsfristen gibt es jedoch gesetzliche Höchstgrenzen (im Regelfall 30 bzw. 60 Tage).

  • Gegen Schuldner, die in Verzug geraten sind, können Sie ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten.

  • Abgesehen von der rechtlichen Situation hat der Umgang mit Nichtzahlern aber immer auch pragmatische Aspekte. Eine gut formulierte Mahnung kann den Zahlungseingang veranlassen und gleichzeitig die Geschäftsbeziehung erhalten.

Drei Mahnungen sind Pflicht? Von wegen!

Es gibt geschäftliche Gepflogenheiten, die im Laufe der Jahre einen unhinterfragten Kultstatus bekommen haben und unabhängig von ihrem Sinngehalt befolgt werden. Dazu gehören auch die klassischen Eskalationsstufen im Mahnwesen, ausgehend von

  • einer freundlichen Zahlungserinnerung ("… haben Sie gewiss übersehen …")

  • über die 1. Mahnung ("… konnten wir leider noch keinen Zahlungseingang feststellen …") und

  • die eine bereits etwas energischere 2. Mahnung ("… zahlen Sie bitte umgehend den offenen Rechnungsbetrag …")

  • bis hin zur "unmissverständlichen" 3. und letzten Mahnung ("Sollten Sie diese letzte Zahlungsfrist unbeachtet verstreichen lassen, werden wir …"), in der das anschließende

  • gerichtliche Mahnverfahren angedroht wird

Dabei ist das rechtlich betrachtet keineswegs geboten, denn die Pflicht zum geduldigen Verschicken mehrerer Mahnungen hat es in Wirklichkeit nie gegeben.

Automatisch in Verzug per Gesetz

Bis vor ein paar Jahren hatten Gläubiger noch das Problem, ihre Geldschuldner nachweislich "in Verzug" zu setzen. Sofern ein genau festgelegter Fälligkeitstermin nicht bereits im Vertrag festgelegt war, hatte die Mahnung daher früher die Funktion, nachträglich einen verbindlichen Zahlungszeitpunkt festzusetzen. Erst wenn dieser Termin verstrichen war, befand sich der Schuldner im Zahlungsverzug, erst dann konnten der "Verzugsschaden" in Form von Zinsen auf die ausstehende Forderung geltend gemacht und die Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens auf den Schuldner abgewälzt werden.

Dieses umständliche Verfahren hat das Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen bereits vor Jahren überflüssig gemacht. Seit einer ersten einschneidenden Änderung des § 286 BGB kommt der Schuldner einer Geldforderung grundsätzlich spätestens (!) "30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung" in Verzug. (Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistung, aus der sich die Geldforderung ergibt, unstrittig und vollständig erbracht ist.)

Im Zuge der großen Schuldrechtsreform wurde der Verzugs-Paragraf dann noch einmal konkretisiert. Dort heißt es seitdem:

Zitat § 286 Abs. 3 BGB

Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist.

(Kompletter Paragraf)

Gegenüber Privatleuten ist die Verzugsautomatik also nur dann wirksam, wenn der Unternehmer auf der Rechnung ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht hat (Tipps zur formellen Angabe finden Sie in unserem Leitfaden über korrekte Rechnungen).

Früherer Verzug kann vereinbart werden

Unabhängig davon, ob der Empfänger ein Geschäfts- oder Privatkunde ist, kann auch ein früherer Verzugsbeginn vereinbart werden.

Rechtsfolgen des Verzugs

Sobald Ihr Schuldner in Verzug ist, dürfen Sie Ihren eingetretenen "Verzugsschaden" geltend machen. Das geschieht in Form von Mahngebühren und einer Verzinsung der ausstehenden Geldforderung: Die maximale Höhe der Verzugszinsen ist im § 288 BGB genau festgelegt:

  • Zwischen Geschäftsleuten darf der Zinssatz neuerdings 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz der Deutschen Bundesbank (von aktuell -0,73 % [minus!], Stand: Oktober 2014) liegen – derzeit also bei 8,27 %.

  • Gegenüber Verbrauchern liegt der erlaubte Zinssatz 5 Prozentpunkte über dem genannten Basiszinssatz (im Moment also bei 4,27 %).

Rechnen erforderlich

Alle Zinssätze beziehen sich auf ein ganzes Jahr: Sie dürfen die Rechnungssumme also nicht einfach um fünf bis neun Prozent erhöhen.

Bei einer Forderung gegenüber einem Geschäftskunden in Höhe von 5.000 Euro und einer Verzugsdauer von sechs Wochen (= 42 Tagen) ergeben sich derzeit zum Beispiel Verzugszinsen von knapp 50 Euro (5.000 Euro x 8,27 % = 413,50 Euro / 360 x 42 = 48,24 Euro).

Neu: 40-Euro-Mahnpauschale

Neben der Anhebung des Verzugs-Zinssatzes von 8 auf 9 % bei B2B-Geschäften hat das Mitte 2014 in Kraft getretene "Gesetz zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr" (PDF, 56 KB) wichtige Änderungen beim Thema Mahngebühren mit sich gebracht:

  • Gerät ein Geschäftskunde oder ein öffentlicher Auftraggeber in Verzug, darf der Rechnungsteller gemäß § 288 Abs. 5 BGB ohne weitere Nachweise eine Mahnpauschale in Höhe von 40 Euro geltend machen – bei nachweislich höheren Aufwendungen auch mehr. Um Missverständnissen vorzubeugen: Eine Mahnung ist keine neue Rechnung; Verzugszinsen und Mahngebühren sind nicht umsatzsteuerpflichtig!

  • AGB-Klauseln, die Zahlungsfristen von mehr als 30 Tagen oder Überprüfungs- und Abnahmefristen von mehr als 15 Tagen vorsehen, sind künftig generell ungültig.

  • Bei einzeln ausgehandelten Verträgen dürfen öffentliche Auftraggeber in Zukunft Zahlungsfristen von höchstens 30 Tagen setzen. Nur in Ausnahmefällen darf das Zahlungsziel 60 Tage betragen.

  • Privatwirtschaftliche Auftraggeber dürfen ein Zahlungsziel von maximal 60 Tagen setzen. Nur in Ausnahmefällen darf die Zahlungsfrist länger sein. Mit anderen Worten: Unabhängig vom Wortlaut des einzelnen Vertrags muss künftig spätestens zwei Monate nach Rechnungseingang gezahlt werden – sonst ist der Geschäftskunde im Verzug.

Bitte beachten Sie: Die geänderten Bestimmungen gelten nur für Verträge, die nach dem Inkrafttreten der Neuregelung (28. Juli 2014) abgeschlossen wurden. Bei zuvor vereinbarten „Dauerschuldverhältnissen“ greifen die geänderten Zahlungsfristen erst ab dem 1. Juli 2015.

Keine Mahnpauschale bei Privatpersonen

Gegenüber Verbrauchern (= Privatpersonen) dürfen Sie die 40-Euro-Pauschale nicht in Rechnung stellen! Hier bleibt es bei den klassischen "Mahngebühren".

Genaue Vorgaben über deren Höhe gibt es nach wie vor nicht. Als angemessener Ausgleich für die entstandenen Material- und Versandkosten (nicht jedoch die Bearbeitungskosten!) gilt in vielen Branchen eine Größenordnung von 2,50 Euro pro Mahnung. Voraussetzung für das Erheben von Mahngebühren ist aber auch und gerade gegenüber Privatkunden, dass sich der Kunde bereits in Verzug befindet. Wird der Schuldner durch die erste Zahlungserinnerung oder Mahnung überhaupt erst in Verzug gesetzt, dürfen für diese Mahnung keine Gebühren erhoben werden!

Gerichtliches Mahnverfahren

Sobald der Verzug eingetreten ist, können Sie außerdem ohne Weiteres das gerichtliche Mahnverfahren einleiten. Die dabei entstehenden Kosten muss der Schuldner tragen. Bereits die Ankündigung eines gerichtlichen Mahnbescheids wirkt dabei oft Wunder: Auch wenn die Rechnung nicht sofort und in voller Höhe beglichen wird, rühren viele Zahlungspflichtige sich dann wenigstens.

Das gerichtliche Mahnverfahren selbst ist ziemlich einfach:

  • Sie besorgen sich den erforderlichen Vordruck im Schreibwarenhandel und füllen einige wenige Felder aus.

  • Sie reichen den Antrag bei dem für Ihren Standort zuständigen zentralen Mahngericht ein. Welches das ist, erfahren Sie unter mahngerichte.de.

  • Das Gericht prüft Ihr Anliegen lediglich formal auf Plausibilität hin und erlässt daraufhin den Mahnbescheid an Ihren Schuldner.

  • Nach der Zustellung hat Ihr Kunde 14 Tage Zeit, vor Gericht Widerspruch einzulegen. Widerspricht er, wissen Sie zumindest, woran Sie sind, und können überlegen, ob Sie mit einer Zivilklage vor Gericht zu Ihrem Recht kommen wollen.

Widerspricht Ihr Schuldner nicht, können Sie unmittelbar anschließend einen Vollstreckungsbescheid erwirken und Ihre Forderung durch einen Gerichtsvollzieher durchsetzen lassen.

Online-Mahnservice

Die deutschen Mahngerichte bieten seit einiger Zeit die Möglichkeit, gerichtliche Mahnbescheide via Internet zu erwirken. Die Handhabung des "Online-Mahnantrags" ist vergleichsweise einfach. Den fertigen Antrag können Sie wahlweise ausdrucken und per Post an das zuständige Mahngericht schicken oder gleich online übermitteln. Dafür benötigen Sie dann aber eine digitale Signatur und eine Signaturkarte.

Die Kosten für den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids sind im Gerichtskostengesetz festgelegt. Sie sind zunächst vom Antragsteller aufzubringen, liegen zum Glück aber in erschwinglichen Größenordnungen. Anhaltspunkte für die Größenordnung von Gerichtskosten bei Mahnbescheiden:

  • bis 1.000 Euro: 32 Euro,

  • 2.500 Euro: 54 Euro,

  • 5.000 Euro: 73 Euro,

  • 10.000 Euro: 120,50 Euro.

Gratwanderung: Kommunizieren oder klagen?

Auch wenn Geldschuldner inzwischen schneller in Verzug geraten und Mahnbescheide recht einfach zu erwirken sind, sollten Sie den Schwerpunkt auf eine angemessene und dabei freundliche Kundenkommunikation setzen. Denkbare Möglichkeiten gerade bei Kunden, deren Zahlungsmoral nicht über jeden Zweifel erhaben scheint, sind:

  • Auf jede Ausgangsrechnung schreiben Sie einen positiv formulierten, aber unmissverständlichen Zahlungshinweis wie diesen:

    "Der Rechnungsbetrag ist sofort fällig. Um Ihnen und uns unnötige Kosten zu ersparen, verzichten wir auf ein mehrstufiges Mahnverfahren. Sollten Sie diese Rechnung im Laufe der nächsten 30 Tage nicht begleichen, geraten Sie gemäß § 286 BGB automatisch in Zahlungsverzug. Ab diesem Zeitpunkt berechnen wir Verzugszinsen in Höhe von 8,27 Prozent p.a. Außerdem müssen alle Kosten eines eventuell folgenden gerichtlichen Mahnverfahrens von Ihnen getragen werden. Bitte setzen Sie sich daher bei absehbaren Zahlungsverzögerungen rechtzeitig mit uns in Verbindung."

  • Kurz vor Eintritt des Verzugs weisen Sie telefonisch auf den Ablauf der Zahlungsfrist hin und vergewissern sich so, dass die Rechnung auch tatsächlich eingetroffen ist.

  • Nach Eintritt des Verzugs schicken Sie eine (einzige) schriftliche Mahnung. Darin geben Sie die Rechnungsnummer, das Rechnungsdatum und den Zeitpunkt des Verzugsbeginns an. Rechnen Sie dabei ruhig großzügige Postlaufzeiten von drei Tagen ein. Weisen Sie noch einmal auf die gesetzliche Grundlage des eingetretenen Zahlungsverzugs hin und teilen Sie den Termin mit, an dem Sie das gerichtliche Mahnverfahren einleiten werden.

Kalkulieren Sie dabei einen Puffer von zehn bis vierzehn Tagen ein, damit Ihr Kunde genügend Zeit hat, mit Ihnen zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen.

Fazit

Eine klares und selbstbewusstes Kommunikationsverhalten in Rechnungsangelegenheiten steht keineswegs im Widerspruch zu guten und verständnisvollen Kundenbeziehungen: Selbstverständlich können und sollten Sie Fingerspitzengefühl an den Tag legen und Ihren Geschäftspartnern im Einzelfall entgegenkommen.

Wichtig ist aber, dass der Verfahrensrahmen klar ist und die Beteiligten offen miteinander kommunizieren. Sorgen über Auftragsverluste sollten Sie sich nicht machen: Seriöse Kunden wissen professionelles Forderungsmanagement sogar zu schätzen.

Keine Zahlung? Kontakt herstellen!

Die rechtliche Seite ist wichtig. Nicht weniger relevant ist jedoch auch der pragmatische Aspekt erfolgreicher Inkassomaßnahmen. Verschwenden Sie keine Energie damit, sich zu ärgern, wenn ein Auftraggeber oder Kunde nicht zahlt – so natürlich diese Reaktion auch ist. Es gilt herauszufinden: Warum zahlt der Kunde nicht?

Unzufriedenheit, finanzielle Probleme, grundsätzlich schlechte Zahlungsmoral – von der Antwort hängt ab, welche Strategie sinnvoll ist. Und um diese Antwort zu finden, müssen Sie Kontakt aufnehmen. Der beste Weg dazu ist das direkte Gespräch. Bleiben Sie neutral und sachlich. Lassen Sie sich weder provozieren noch einwickeln. Zunächst geht es nur darum,

  • den Schuldner an die Zahlung zu erinnern, falls diese tatsächlich vergessen wurde;

  • ihm zu signalisieren, dass Sie auf das Nichtbezahlen reagieren; und

  • herauszufinden, warum nicht bezahlt wurde.

Alles Weitere können Sie in Ruhe nach dem Gespräch entscheiden.

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Bekomme als Privatmann von AG Geld für nicht Leistung nicht zurü

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich habe 28.07.16 einen Vertrag für eine Operation unterschrieben und den Gesamtbetrag von 4000,00 €(um Skonto zu erhalten) gleich überwiesen.
Nach genau einer Woche am 04.08. habe ich den OP-Termin per Mail storniert und nach mehrmaliger telefonischer Aufforderung, allerdings keine Rückzahlung erhalten. Gem. Vertrag kann bis 14 Tage vor OP-Termin storniert werden.
Habe nun auch noch eine Termin-Stornierung mit Unterschrift und per Einschreiben abgeschickt mit genauer Aufforderung bis zum 07.09.16 die Betrag auf mein Konto gutzuschreiben.
Wie sollte/ kann ich mich als Privatperson nun weiter verhalten, wenn die Rückzahlung weiterhin ausbleibt?

Im Voraus Vielen Dank für Ihre Hilfe.
mfg

Antwort: Bekomme als Privatmann von AG Geld für nicht Leistung n

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Am besten wenden Sie sich mit allen Unterlagen (Vertrag und Schriftverkehr) an die Verbraucherberatung bei Ihnen vor Ort. Die nächstgelegene Verbraucherberatung finden Sie über die Website der Verbraucherzentrale:
https://www.verbraucherzentrale.de/beratung

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

privater Autoverkauf, Ratenzahlung nicht vollständig bezahlt

Ich habe mein Auto privat verkauft und eine Ratenzahlung vereinbart. Alles wurde schriftlich festgehalten. Wann, wieviel und wie lange. Die letzten zwei raten wurden nicht bezahlt und ich würde ständig vertröstet. Juni und Juli fehlen noch. Habe dann einen Brief aufgesetzt in dem ich geschrieben habe, dass ich bei nicht Bezahlung ein mahnverfahren einleiten werde. (22.7.16)
Ich würde auf Mitte August vertröstet. Mein Geld habe ich noch immer nicht .
kann ich nun ein mahnverfahren einleiten oder muss ich nochmal eine schreiben mit einer Frist aufsetzen?

Mfg

Antwort: privater Autoverkauf, Ratenzahlung nicht vollständig be

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Wenn Sie ...

* Ihren Schuldner bereits gemahnt,
* ihm eine angemessene Frist gesetzt und
* bei Nichtbegleichen der Forderung die Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens in Aussicht gestellt haben,

... können Sie das gerichtliche Mahnverfahren m. E. sofort einleiten.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

40 EUR Mahnpauschale pro Rechnung?

Auf einem Mahnbeleg stehen oft mehrere Rechnungen, die angemahnt werden.

Ist die Mahnpauschale dann, ähnlich wie die Verzugszinsen, pro Rechnung ansetzbar oder nur ein Mal für den gesamten Mahnbeleg?

Antwort: 40 EUR Mahnpauschale pro Rechnung?

Guten Tag,
die Mahnpauschale gem. § 288 Abs. 5 BGB
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__288.html
... fällt zusätzlich zu den Verzugszinsen an und hat den Zweck, die Mahnkosten zu ersetzen. Daher bezieht sie sich aus meiner Sicht auf die Mahnung und nicht die darin aufgeführten offenen Forderungen. Sie darf demnach nur einmal geltend gemacht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Mahnung über Mahngebühren zulässig?

Ich hatte bei einer Firma etwas bestellt, habe den Betrag überwiesen. Am gleichen Tag an dem ich überwiesen habe, bekam ich per Mail eine Mahnung der Zahlungsstelle inklusive Mahngebühren. Da sich die Zahlung und die Mahnung überschnitten haben, habe ich die Mahnung ignoriert.
Nun bekam ich eine neue Mahnung, dass der Rechnungsbetrag zwar ausgeglichen wäre, aber die Mahngebühren noch offen stehen würden. Und über diese offenstehenden Mahngebühren wurden nun bei der zweiten Mahnung nochmal Mahngebühren aufgeschlagen.
Ist diese Vorgehensweise berechtigt?

Antwort: Mahnung über Mahngebühren zulässig?

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich gilt: Mahngebühren gehören nicht zur ursprünglichen Forderung.

2.
Ob Sie Mahngebühren zahlen müssen, kommt darauf an, ob Sie zum Zeitpunkt der Mahnung bereits in (Zahlungs-)Verzug waren:

* Wurden Sie erst durch die Mahnung in Zahlungsverzug gesetzt, brauchen Sie die Mahngebühren ebenso wenig zu bezahlen wie spätere Mahngebühren auf Mahngebühren.

* Befanden Sie sich zum Zeitpunkt der Mahnung bereits im Verzug, müssen Sie (angemessene) Mahngebühren, eventuelle Verzugszinsen bezahlen.
Wichtig: Falls Sie Verbraucher sind, tritt der automatische Zahlungsverzug gemäß § 286 BGB
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__286.html
nur dann ein, wenn Sie bei Vertragsschluss oder auf der Rechnung ausdrücklich darauf hingewiesen worden sind.

3.
Selbst wenn Sie die ursprünglichen Mahngebühren zahlen müssen, hat der Gläubiger bei der Höhe der Gebühren keine freie Hand. Zwar gibt es keine gesetzliche Regelung: Als Anhaltspunkt gelten landläufig 2,50 Euro pro Mahnung als vertretbar (nur Material- und Versandkosten).

4.
Mahngebühren auf Mahngebühren sind grundsätzlich möglich - in dem von Ihnen geschilderten Fall halte ich es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass der Gläubiger seine Forderung gerichtlich durchsetzen kann.

5.
In meinen Ohren klingt das nach Beutelschneiderei nach dem Motto "Versuchen kann man's ja mal!" Ich würde es wahrscheinlich darauf ankommen lassen... Aber wie gesagt: Das ist nur meine völlig unmaßgebliche persönliche Meinung.

Viele Grüße - und lassen Sie uns wissen, was aus der Sache geworden ist!
Robert Chromow

Ich habe die Firma

Ich habe die Firma angeschrieben und den Sachverhalt erläutert und dass ich es zudem unverschämt finde, auf die Mahngebühren erneut Mahngebühren zu erheben. Daraufhin wurden mir die Mahngebühren der zweiten Mahnung "kulanterweise" erlassen.

Antwort: Ich habe die Firma

Guten Tag,
Und vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Ärgern Sie sich nicht über den Kulanz-Hinweis: Entscheidend ist bekanntlich, "was hinten rauskommt". :-)
Viele Grüße
Robert Chromow

Zahlungsaufforderung

Wie verhält man sich, wenn nach Monaten eine Zahlungsaufforderung kommt, wo man die Bestellung nicht mehr nachverfolgen kann, weil die Firma die Seite geändert hat und das alte Benutzerkonto nicht mehr einsehbar ist.
Hier geht es um eine Fotobuchbestellung, die ich auch mit vorhandene FB nicht nachvollziehen kann, es geht um eine Zahlung vom 9.12.2015!!

Antwort: Zahlungsaufforderung

Guten Tag,
grundsätzlich liegt die Beweislast beim Gläubiger: Wenn jemand Geld von Ihnen für ein Fotobuch haben will, muss er im Zweifel beweisen können, dass Sie es bestellt und er es geliefert hat. Dringenden Handlungsbedarf sehe ich in dem von Ihnen geschilderten Fall nicht. (Das ist aber nur meine völlig unmaßgebliche Meinung... :-))

Trotzdem: Am besten nehmen Sie Kontakt mit dem Lieferanten auf, teilen mit, dass Sie den Vorgang nicht nachvollziehen können und bitten um Informationen über die Grundlage der Forderung.

Viele Grüße
Robert Chromow

Zahlungsaufforderung

Sehr geehrter Herr Chromow,
herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Mit freundlichem Gruß!

Titel an den verkehrten Adressaten

Sehr geehrte Damen und Herren,
eine Zahlung an eine Versicherung wurde nicht geleistet und Mahnungen gingen unter, da sie an den verkehrten Adressaten gerichtet waren. Dieser hat aus anderen Gründen einen Offenbarungseid geleistet und keinen Widerspruch eingelegt und die Geschichte war erst mal ohne Schriftwechsel. Jetzt kam erneut ein Schreiben, da der Offenbarungseid erneuert werden muss, und wir fielen darüber, dass dies gar nicht die Versicherung meines Mannes war. Bei dem Versuch, das zu klären, wurde mir mitgeteilt, es wäre keine Änderung mehr möglich, da kein Widerspruch eingelegt wurde. Muss ich das als korrekt verstehen?

Antwort: Titel an den verkehrten Adressaten

Guten Tag,
grundsätzlich gilt: Ist eine Zahlungsaufforderung erforderlich, um einen Schuldner in Verzug zu setzen, muss sie an den tatsächlich Zahlungspflichtigen gerichtet sein. Anderenfalls entfaltet sie keine Wirkung - der Verzug tritt nicht ein.

Die Details Ihres Einzelfalls kann ich nicht beurteilen - am besten besprechen Sie die mit einer Verbraucherzentrale vor Ort.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Wieviele Mahnungen sind zulässig?

Es handelt sich hierbei um meinen Vermieter, der uns Mahnungen schickt. Wir sind mittlerweile bei der 6. Mahnung. Bei jeder Mahnung hat er 5€ zu der letzten Mahnung hinzu getan (also 1. Mahnung 5€, 2. Mahnung 10€, 3. 15...) so wurde aus einem Betrag von 75€ schnell 180€ geworden. Die Mahnungen kommen im 14 Tage abstand.
Ist das alles überhaupt rechtens wie er Mahnt? (Nicht Urteilen über uns, alle geben uns recht, aber der Vermieter sieht das nicht ein)

Vielen Dank

Antwort: Anzahl der Mahnungen

Guten Tag,
eine gesetzliche Obergrenze für die Anzahl zulässiger Mahnungen gibt es nicht. Allerdings handelt es sich bei Mahngebühren nicht um Strafzahlungen: der Gläubiger darf nur die ihm tatsächlich entstandenen Kosten in Rechnung stellen.

Da sich in ihrem Fall um den Vermieter handelt (mit dem Sie in Zukunft ja bestimmt noch häufiger zu tun haben werden) und die strittige Forderung noch dazu vergleichsweise niedrig zu sein scheint, sollten Sie den Vorgang schnell aus der Welt schaffen. Falls es um ein grundsätzliches, wiederkehrendes Problem handelt, wenden Sie sich am besten möglichst bald an eine Verbraucherberatungsstelle in ihrer Gegend. Dort bekommen Sie gezielte Informationen, wie Sie sich gegen die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Forderung ihres Vermieters wehren können.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für Ihre

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Der Mieterschutzbund sagte uns, das wir nicht zahlen sollen. Allerdings ist unsere Angst, das er die Kosten hochtreiben will, damit er vor Gericht bewirken kann, das es ein Verfahren gegen uns gibt (meist fallen die ja aus wegen Kleinigkeiten, zudem ein Anwalt oft auch nicht wegen 100€ Streitwert anfängt).

Mit freundlichem Gruß
C. Wenzel

Nichtzahlung der Mahngebühr

Hallo,
ich habe das gleiche Problem, wie am 5.11.2015 schon beschrieben. Ein Kunde hat erst nach der Mahnung gezahlt, allerdings die mit aufgeführten Mahngebühren übergangen. Auch nach einer Zahlungserinnerung die Mahngebühr zu zahlen gab es bisher keine Zahlung des Kunden. Sollte man auf die Mahngebühr verzichten, um den Fall abzuschließen oder auf sein Recht pochen und es ggf. über ein Inkasso laufen lassen?
Vielen Dank und eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.

Antwort: Nichtzahlung der Mahngebühr

Guten Tag,
was man in solchen Fällen tun "sollte", kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich würde es der Einfachheit halber so machen:

* Wenn es ein Stammkunde ist, würde ich den Zahlungsverzug bei nächster Gelegenheit einmal ansprechen und den Umgang mit Mahngebühren für die Zukunft klären.

* Wenn es sich um Laufkundschaft handelt und nicht bezahlte Mahngebühren in Einzelfällen vorkommen, würde ich es auf sich beruhen lassen. ("Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer...")

* Wenn es sich um Laufkundschaft handelt und nicht bezahlte Mahngebühren häufig vorkommen, würde ich mir grundsätzliche Gedanken um das Bezahlverfahren machen (und Zahlung auf Rechnung nur Stammkunden gestatten.)

Viele Grüße
Robert Chromow
PS: Nur der Vollständigkeit halber: (Angemessene) Mahngebühren sind Teil der Gesamtforderung und können grundsätzlich auch im Zuge eines gerichtlichen Mahnverfahrens geltend gemacht werden.

Teilweise Auszahlung der Rechnungssumme

Guten Tag,

meine Frage bezieht sich auf die teilweise Zahlung der Mahnung. Der Kunde hat nach Auslaufen der gesetzten Frist einen Teil der Zahlung geleistet; etwas weniger als die Hälfte. Davon bleiben die entstandenen Verzugszinsen doch unberührt und der Verzug dauert bis zur vollständigen Tilgung der Rechnung an; sehe ich das richtig? Oder muss zunächst eine neue Frist gesetzt werden? Vielen Dank im Voraus.

Antwort: Teilweise Auszahlung der Rechnungssumme

Guten Tag,
durch die Teilzahlung hat der Kunde die Forderung grundsätzlich anerkannt. Am Zahlungsverzug des offenen Restbetrages ändert die Teilzahlung überhaupt nichts. Der Anspruch auf die anteiligen Verzugszinsen bleibt selbstverständlich bestehen.

Viele Grüße
Robert Chromow

Guten Tag, zunächst einmal

Guten Tag,

zunächst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich müsste nochmal nachhaken, ob ich für die weitere Berechnung der Mahnkosten den reduzierten ausstehenden Betrag ab Eingang der Teilzahlung oder die volle Summe bis zur vollständigen Tilgung der Rechnung benutzen soll? Vielen Dank im Voraus.

Antwort: Berechnung der Mahnkosten

Guten Tag,
ich hatte Sie so verstanden, dass alles bezahlt war - außer den Mahngebühren!?

Wie auch immer: Grundsätzlich dürfen Verzugszinsen m. E. nur auf den Betrag berechnet werden, mit dem der Schuldner auch tatsächlich in Verzug ist.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Weitere Forderungen direkt in der 2. Mahnung aufführen?

Hallo,

ein Kunde hat eine Mahnung über 3 Rechnungen erhalten. Leider hat er auf diese Mahnung nicht reagiert und inzwischen sind weitere Rechnungen fällig.

Können diese Rechnungen direkt in der zweiten Mahnung mit aufgeführt werden?

Danke.

Antwort: Weitere Forderungen direkt in der 2. Mahnung aufführen?

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Wie Sie weiter oben im Text nachlesen können, gibt es keinen rechtlichen Unterschied zwischen Zahlungserinnerungen, ersten, zweiten oder dritten Mahnungen.

2.
Entscheidend ist, ob der Kunde im Zahlungsverzug ist. Falls es kein Geschäftskunde ist, ist dafür eine Mahnung erforderlich.

3.
Sie dürfen auch mehrere offenen Rechnungen in einem Schreiben anmahnen. Bei mehreren offenen Rechnungen kommt es m. E. nur darauf an, dass aus der Zahlungserinnerung / Mahnung unmissverständlich hervorgeht, welche Vorgänge offen sind und bis zu welchem Zeitpunkt Zahlungseingänge spätestens zu leisten sind.

4.
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt oder Sie fragen bei der für Sie zuständigen Industrie- und Handelskammer
http://wis.ihk.de/ihre-ihk/ihk-finder.html
... oder Handwerkskammer nach:
http://www.zdh.de/organisationen-des-handwerks/handwerkskammern/deutschl...

5.
Eine Anmerkung noch: Dass ein Kunde mit der Zahlung von drei Rechnungen in Rückstand ist und trotzdem weitere Rechnungen auflaufen, sollte Ihnen zu denken geben. Mindestens ebenso wichtig wie das Inkasso der aktuell offenen Rechnungen scheint eine Optimierung des generellen Forderungsmanagements zu sein. Auch hierzu holen Sie sich am besten externen Rat und Unterstützung.

Viele Grüße
Robert Chromow

Mahngebühr wird nicht gezahlt

Hallo,
nach Rechnungsstellung, Zahlungserinnerung und letztendlich Mahnung wurde der geforderte Betrag gezahlt, allerdings die Mahngebühr nicht, ist es ratsam diese Gebühr einzufordern?

Mahnungen

Müssen Mahnungen per Post verschickt werden? Oder reicht eine E-Mail?
Mfg

Antwort: Mahnungen

Guten Tag,
bestimmte Form-Erfordernisse gibt es bei Mahnungen m. W. nicht. Mahungen per E-Mail sind daher grundsätzlich möglich und zulässig. Wie bei normalen Briefen stellt sich bei E-Mails im Streitfall aber das Problem, den "Zugang" einer Zahlungserinnerung beweisen zu können. Bei höheren Summen empfiehlt sich daher eine Zustellung unter Zeugen (zum Beispiel Brief per Einschreiben mit Rückschein).

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Bis wann sind Mahnungen statthaft?

Gibt es eigentlich auch eine Frist für Mahnungen, also bis wann darf ich nach Zusendung einer Rechnung gemahnt werden? Der Fall: Nach der Beerdigung meiner Mutter kam erst fünf Monate später die Rechnung des Bestatters. Da kein Zahlungsziel genannt war, habe ich diese zunächst beiseite gelegt und dann durch den monatelangen Kampf mit Versicherungen, Behörden, Gerichten usw. schlichtweg vergessen.
Umso überraschter war ich, als kürzlich, 15 Monate nach der Rechnung, eine Mahnung eintraf - nun mit knapper Zahlungsfrist. Statthaft oder gibt es hier auch (Scham-)Fristen?

Danke für eine Antwort.

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