Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste

Die Steuervergünstigungen für Ehrenamtler sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie in der Praxis damit Steuern sparen.

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Stand: 7. Januar 2013 (aktualisiert)

Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschale sind Steuerfreibeträge, durch die Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement bis zu einer bestimmt Höhe steuerfrei bleiben. Die attraktiven Freibeträge sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Sie können für ganz unterschiedliche Dienstleistungen und Nebentätigkeiten genutzt werden, wenn der Auftraggeber die Voraussetzungen erfüllt.

Reich werden Sie durch ehrenamtliches Engagement zwar nicht. Ab 2013 dürfen Sie aber immerhin bis zu 2.400 Euro pro Jahr (Übungsleiterpauschale) und 720 Euro im Jahr (Ehrenamtspauschale) steuerfrei hinzuverdienen.

Bitte beachten Sie: Bis einschließlich 2012 lagen die Steuerfreibeträge für ehrenamtliche Tätigkeiten bei 2.100 Euro bzw. 500 Euro. Die Erhöhung ist Teil des "Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts". Zurzeit (21. Januar 2013) ist das "GemEntBG" noch immer nicht nicht beschlossene Sache. Der Bundesrat hat aber bereits Stellung genommen und das Gesetz soll Anfang 2013 verabschiedet werden und dann wie geplant rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Wir erklären Ihnen in diesem Leitfaden ...

  • wer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf,

  • für wen die Ehrenamtspauschale infrage kommt und

  • wie sich die steuerbegünstigten Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen wie ALG I und II, BAFöG, Kinder-, Wohn- oder Elterngeld auswirken.

Außerdem beantworten wir Praxisfragen wie die folgenden: Sind beide Freibeträge kombinierbar? Darf ich bei mehreren Vereinen tätig sein? Fällt bei Selbstständigen Umsatzsteuer an?

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Ihre Wertung:

 

Übungsleiterpauschale

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre informativen Ausführungen. Ich würde mich über eine Einschätzung zu folgendem Fall sehr freuen:
- Im Hauptberuf arbeite ich Vollzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität.
- Darüber hinaus gehe ich selbständiger Dozententätigkeit (Vorlesungen) an einer gemeinnützigen Gesellschaft mbH sowie einer Bildungsgesellschaft mbH (beide private, staatlich anerkannte Hochschulen) nach.

Meine Frage ist, ob die Dozententätigkeit unter die Übungsleiterpauschale fällt?

Vielen Dank!

Antwort: Üebungsleiterpauschale

Guten Tag,
eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich kann eine gemeinnützige GmbH aus meiner Sicht für Dozententätigkeiten eine steuerfreie Übungsleiterpauschale zahlen - vorausgestzt natürlich, die übrigen Voraussetzungen der Üunbsleiterpauschale
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/ue...
... sind erfüllt.

2.
Rechtsgrundlage ist § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
i.V.m.
§ 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetz
https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__5.html
sowie
§§ 51 bis 68 der Abgabenordnung
https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__58.html

3.
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder den Personalabteilungen Ihrer Auftraggeber. Sie können sich auch direkt ans Finanzamt wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale

Hallo,

aktuelle arbeite ich 20 Stunden in einem Fitnessstudio.
Nebenher gebe ich freiberuflich Fitnessstunden in einem Studio/Verein/VHS, hierzu habe ich auch ein Gewerbe angemeldet.

Meine Frage ist,muss ich meine Einkünfte im Verein/VHS bei der Steuer anmelden?
Fallen diese Beträge unter der übungsleiterpauschale 2400€/Jahr?

Vielen Dank schon mal

Viele Grüße Anna

Antwort: Üebungsleiterpauschale

Hallo Anna,
ja, alle Einkünfte müssen bei der Einkommensteuer angegeben werden (auch die steuerfreien Ehrenamts- und Übungsleiterpauschalen): Arbeitnehmereinkünfte gehören dabei in die "Anlage N", Einkünfte, die Sie als Selbstständige erzielt haben , in die "Anlage S".

Ob, und wenn ja, welche Ihrer Einkünfte als steuerfreie Übungsleiterpauschale gelten, kann ich aus Ihren Angaben nicht erkennen: Private Arbeit- und Auftraggeber wie Fitnessstudios scheiden von vornherein aus. Übungsleitertätigkeiten in einem Verein oder der VHS können grundsätzlich als steuerfreie Pauschale gelten.

Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie weiter oben im Text. Im Zweifel fragen Sie im Verein oder bei der VHS nach.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Eintragung von Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale

Hallo, ich finde die Seit sehr informativ.

Mal sehen, ob Sie mir die knifflige Frage beantworten können. Mein Finanzbeamter konnte mir dazu leider keine Auskunft geben:

Wo trage ich die Übungsleiterpauschale (Tätigkeit A) und Ehrenamtspauschale (für Tätigkeit B) ein? Ich hatte beides in der Anlage N Zeile 26 drin stehen, da kam nur, das die 2400€ überschritten sind und das ich den Rest falsch eingetragen hätte.
Deshalb bin ich jetzt mal neugierig...

Vielen Dank für Ihre Mühe.
Mit freundlichen Grüßen
Johanna L.

Antwort: Eintragung von Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspausc

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Sie haben völlig recht: "Steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen / Einnahmen" werden in Zeile 26 der Anlage "N" eingetragen. Da es ganz unterschiedliche steuerfreie Aufwandsentschädigungen und Pauschalen gibt, ist der undifferenzierte Verweis auf die Überschreitung der 2.400-Euro-Grenze unzutreffend.

2.
Nicht richtig ist auch die automatische Addition der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale: Wenn die beiden Tätigkeiten unabhängig voneinander ausgeübt wurden und auch sonst bei beiden Pauschalen alle Voraussetzungen der Steuerbefreiung erfüllt sind, muss das Finanzamt die Steuerfreiheit anerkennen.

3.
Bei der nächsten Steuererklärung weisen Sie am besten im Anschreiben von vornherein auf diesen Sachverhalt hin.

4.
Wenn der betreffende Sachbearbeiter mit der Rechtslage überfordert ist, legen Sie Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid ein.

5.
Wie gut die Erfolgsaussichten sind und was Sie bei Einsprüchen sonst noch beachten müssen, können Sie im Beitrag
"Steuerbescheid fehlerhaft? Einspruch beim Finanzamt einlegen"
https://www.akademie.de/wissen/einspruch-beim-finanzamt
... nachlesen.

6.
Die Details besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater. Wenn Sie Ihren Einzelfall überprüfen lassen wollen, können Sie sich auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kombination Minijob + Übungsleiter + Ehrenamt

Hallo, ich habe die folgende Frage:

Wäre es möglich einer Betreuerin, die auf 450€-Basis in einer Mittagsbetreuung f. Schulkinder arbeitet (e. V.) zusätzlich eine Übungsleiterpauschale UND eine Ehrenamtspauschale auszuzahlen (alles vom gleichen ARbeitgeber)? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Müsste es sich um drei klar voneinander abgrenzbare Tätigkeitsbereiche handeln?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort: Kombination Minijob + Übungsleiter + Ehrenamt

Guten Tag,
die Zahlung einer Übungsleiterpauschale zusätzlich zu einer geringfügigen Beschäftigung ist zulässig, die Zahlung einer Übungsleiterpauschale UND einer Ehrenamtspauschale für ein und dieselbe Tätigkeit (ganz gleich, ob mit oder ohne geringfügige Beschäftigung) hingegen nicht.

Weitere Informationen zu dieser und ähnlichen Zweifelsfragen finden Sie am Ende dieses Leitfadens auf der Seite "Praxisfragen und Sonderfälle"
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/p...

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale

Ich habe eine Frage:

Sagen wir ich arbeite als Lehrer und verdiene 45 T brutto. Nun trainiere ich ehrenamtlich eine Kinderfussballmannschaft im Verein und bekomme dafür kein Geld. Kann ich die Übungsleiterpauschale von 2400 Euro am Jahresende bei der Steuererklärung von meinem Lehrerbruttolohn abziehen?

Antwort: Übungsleiterpauschale

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Mit der steuerfreien Übungsleiterpauschale können Sie die Einkommensteuer auf andere Einkunftsarten nicht senken.

2.
Denkbar wäre allenfalls, dass Sie mit dem Verein die Zahlung eines Trainerhonorars vereinbaren und anschließend auf den entstandenen Anspruch verzichten:

3.
Der Kassenwart kann daraufhin eine Zuwendungsbescheinigung / Spendenbescheinigung schreiben. Rechtsgrundlage ist dann Ihr "Verzicht auf Erstattung von Aufwendungen"

4.
Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag
"Vereinsfinanzen: Dienstleistungen spenden – und Steuern sparen"
https://www.akademie.de/wissen/dienstleistungen-spenden

5.
Die konkreten Einzelheiten besprechen Sie und Ihr Verein am besten mit einem Steuerberater.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Zu viel verdienen

Hallo,

ich arbeite als Übungsleiterin in einem Verein.
Das Problem ist, dass wir momentan zu wenig Übungsleiter haben und ich gefragt wurde, ob ich mehr Kurse übernehmen kann.

So wie es jetzt aussieht, werde ich dann allerdings über den Satz von 2400 Euro im Monat kommen.
Ist das möglich?
Wenn ja, was muss ich dann machen?

Vielen Dank!

Antwort: Zu viel verdienen

Guten Tag,
da haben Sie möglicherweise etwas falsch verstanden: Die 2.400-Euro-Grenze ist ein *Jahres*wert! Sie dürfen den Betrag im Extremfall zwar "en bloc" in einem einzigen Monat verdienen. Darüber hinaus ist aber jeder Cent steuer- und sozialversicherungspflichtig!

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Nicht sicher ob Tätigkeit unter Übungsleiterpauschale fällt

Guten Morgen,

Ich habe hier eine kleine Ergänzung zur unten stehenden Frage:
Ich habe im Internet folgendes gelesen:
- Begünstigt werden Sie nur, wenn Ihre Tätigkeit eine pädagogische Ausrichtung hat, Sie künstlerisch arbeiten oder alte, kranke oder behinderte Menschen pflegen.

-Um vom Freibetrag zu profitieren, müssen Sie für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft tätig sein, in der Sie im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich arbeiten.

(Unten hatte ich kirchlich geschrieben, hatte das falsch im Kopf...)

Das Unternehmen für das ich die Dozententätigkeit ausgeübt habe, ist ein zertifizierter Bildungsträger; fällt das dann unter eine gemeinnützige Körperschaft oder öffentlich-rechtliches Unternehmen?

Das bereitet mir gerade wirklich Sorge..

Danke und viele Grüße

Nicht sicher, ob Tätigkeit unter Übungsleiterpauschale fällt

Guten Morgen,

Ich habe letztes Jahr eine Dozententätigkeit ausgeübt, habe allerdings den Betrag ein wenig überschritten und habe nun eine Steuererklärung eingereicht.
Allerdings bin ich mir nun nicht mehr sicher, ob das Unternehmen ein öffentliches Bzw kirchliches ist, bei dem man dann als Übungsleiter arbeiten kann (Sie haben mir das aber damals versichert, trotzdem bin ich skeptisch).
Was, wenn nun die Angabe in der Steuererklärung so nicht stimmt? Was müsste ich denn korrigieren, falls ich die Tätigkeit nicht als Übungsleiterpauschale geltend machen kann?
Drohen mir Strafen? Hätte ich dann ein gewerbe o.ä. anmelden müssen?

Viele Grüße und Danke für Ihre Antwort!

Antwort: Nicht sicher, ob Tätigkeit unter Übungsleiterpauschale

Guten Morgen,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Solange Sie sämtliche Einkünfte bei der Einkommensteuererklärung angeben, haben Sie vom Finanzamt grundsätzlich nichts zu befürchten. Strafen drohen nicht.

2.
Sollten die Voraussetzungen für einen Steuerfreibetrag im Einzelfall wider Erwarten nicht gegeben sein, müssen Sie das erzielte Einkommen schlimmstenfalls versteuern.

3.
Eine Gewerbeanmeldung ist auch nicht erforderlich - zumal die Tätigkeiten, für die ein Übungsleiterfreibetrag infrage kommt, normalerweise keine "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" darstellen, sondern "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" (vorausgesetzt, sie werden überhaupt selbstständig erbracht).

4.
Ein "zertifizierter Bildungsträger" ist in aller Regel ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Die Übungsleiterpauschale kommt in dem Fall nicht infrage.

5.
Wenn Ihnen das "damals versichert" worden ist, sollten Sie Kontakt mit der betreffenden Stelle aufnehmen und den Sachverhalt klären.

6.
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein. Oder Sie wenden sich direkt ans Finanzamt.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Nicht sicher...

Lieber Herr Chromow,

Danke für die Antwort.
Das heißt ich kläre das nun nochmal ab und muss dann im schlimmsten Fall alles verdiente versteuern Bzw. die Steuererklärung korrigieren, indem ich alle Einkünfte als "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" eintrage?
Wie gesagt, ich habe Deutschkurse u.A. für Flüchtlinge gegeben und die Stunden in Rechnung gestellt. Das sind dann also selbstständige Tätigkeiten?

Herzlichen Dank

Antwort: Antwort: Nicht sicher...

Guten Tag,
eine korrigierte Steuererklärung ist m. E. nicht erforderlich: Wenn das Finanzamt den Übungsleiterfreibetrag nicht anerkennt, werden die Einnahmen automatisch als "Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten" behandelt und entsprechend versteuert. Sie können dann überlegen, Einspruch gegen den Bescheid einzulegen - und sei es nur, um nachträglich noch Betriebsausgaben geltend zu machen.

Aber wie gesagt: Ich bin kein Steuerberater. Die Einzelheiten besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Hallo, ich bin

Hallo, ich bin Physiotherapeutin in Elternzeit. Nach meiner Pause würde ich mich gerne beruflich verändern. Ich würde gerne weg von der Behandlungsbank und eher in Richtung Gruppentherapie ( Osteoporose, Rückenschule...) und dies vor allem nicht als Angestellte. Nun meine Frage und ich hoffe sehr, dass sie mir weiterhelfen können, muss ich da ein Gewerbe anmelden und wie läuft das versicherungstechnisch / steuerrechtliche und muss ich sonst noch was beachten ? Ich würde die Kurse gerne in Sportvereinen, Fitnessstudios, Kindergärten, Volkshochschule etc. anbieten. Ich hoffe auf eine Rückmeldung Mit freundlichen Grüßen

Antwort: Hallo, ich bin

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine steuerliche, allgemein rechtliche und sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, wenn Sie sich selbstständig machen, müssen Sie zahlreiche steuerliche und rechtliche Aspekte beachten, die für ArbeitsnehmerInnen keine Rolle spielen.

2.
Ausführliche Informationen dazu finden Sie zum Beispiel in unserem Leitfaden:
"Selbstständig als Trainer, Übungsleiterin, Dozent? Steuern, Sozialversicherung, Rechtsstatus"
https://www.akademie.de/wissen/selbststaendig-trainer-dozent
(Bitte beachten Sie, dass die Angaben auf dem Rechtsstand des Jahres 2013 basieren.)

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Monatlicher Freibetrag

Wenn eine ehrenamtliche Tätigkeit nur über einen begrenzten Zeitraum stattfindet, kann trotzdem der gesamte Jahresfreibetrag ausgezahlt werden? Beispiel:
Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit die über 6 Monate läuft, kann die monatliche Aufwandsentschädigung 120€ betragen oder darf der Freibetrag die 60€/Monat nicht übersteigen?

Antwort: Monatlicher Freibetrag

Guten Tag,
bei der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale handelt es sich um jährliche Freibeträge. Es gibt keine monatliche Deckelung.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale überschritten

Sehr geehrter Herr Chromow,

noch während meines Studiums habe ich Anfang 2015 zusätzlich zu meinem Nebenjob (ca. 350€) eine Dozententätigkeit für Flüchtlinge ausgeübt, die unter die Übungsleiterpauschale gefallen ist.

Ich habe hierbei extra darauf geachtet, nicht über den zulässigen Betrag zu kommen.
Allerdings ist mir beim Durchgehen der Rechnungen und Zahlungen aufgefallen, dass eine Rechnung, die ich Mitte Dezember 2015 gestellt habe, erst am 15. Januar 2016 überwiesen wurde mit der Info im Verwendungszweck: Vergütung vom 18.12.2015. Das waren ca. 2000€.

1) Nun meine erste Frage: zählt der Tag der Leistungs- und Rechnungserstellung oder der der Überweisung?

Falls der Betrag dem Jahr 2016 zugerechnet wird, dann hätte ich nämlich in 2016 den zulässigen Betrag überschritten, da ich in 2016 weitere Stunden übernommen habe mit dem Gedanke, dass ich in 2016 ja noch nichts verdient habe.

Hinzu kommt, dass ich die Tätigkeit meist auf Abruf ausgeübt habe, ich habe meistens erst einige Tage vorher Anfragen bekommen, ob ich gewisse Stunden übernehmen kann.

Nach meinem Studium im Sommer 2016 habe ich mich, da ich nur meinen Nebenjob noch weiterhin hatte, selbst versichern müssen. Ich hatte noch keinen festen Job (erst seit diesem Jahr) und musste somit 170€ im Monat für meine KV zahlen. Auf Nachfrage der KK, ob ich denn arbeite und Geld verdiene, antwortete ich mit Nein - da, wie gesagt, der Dozentenjob nichts regelmäßiges war und ich nicht wusste,ob ich noch Stunden übernehmen werde. Dies habe ich dann allerdings getan,die KK wusste davon dann aber nichts, weil ich das schlicht vergessen habe,zu melden.

--> Muss ich hier was nachzahlen? Wäre der monatliche Betrag dann über den170€ gewesen?

und 2)
--> Wie ist nun vorzugehen? Reicht es, meine Tätigkeit und das, was ich zu viel verdient habe, einfach in der Steuererklärung abzugeben (ich habe zuvor noch nie eine abgegeben)?

--> Drohen einem evtl. Strafzahlungen? Oder schickt einem das Finanzamt oder die Krankenkasse einen Bescheid mit Infos zur Höhe der Nachzahlungen (es fallen dann ja auch SV-Beiträge an)

Ich würde außerdem aus anderen Tätigkeiten noch einige Beträge von FA zurück bekommen. Würde das dann mit den Nachzahlungen verrechnet werden, sodass evtl. keine Kosten nachzuzahlen sind?

Ich hoffe, Sie können mir bei diesem Anliegen weiterhelfen.

Besten Dank und einen schönen Abend,
NM

Antwort: Übungsleiterpauschale überschritten

Guten Tag, NM,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Bei der Einkommensteuer gilt das Zu- und Abflussprinzip: Zahlungen werden grundsätzlich dem Jahr zugerechnet, in dem Sie tatsächlich geflossen sind. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Konto-Gutschrift.

2.
Wenn Sie Rechnungen geschrieben haben, gehe ich davon aus, dass Sie die Tätigkeit als Selbstsdtändige(r) ausgeübt haben. Das über die Übungsleiterpauschale hinausgehende Einkommen gilt dann als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit (= "Anlage S").

3.
Strafzahlungen müssen Sie nicht befürchten.

4.
Die letztlich fällige Einkommensteuer wird auf Basis sämtlicher steuerpflichtiger Einkünfte errechnet und mit allen bereits geleisteten Lohnsteuer-Zahlungen (und ggf. Einkommensteuer-Vorauszahlungen) verrechnet.

5.
Grundlegende Informationen zum Thema Lohn- und Einkommensteur finden Sie im Beitrag
"Steuererklärung ausfüllen, Geld zurückbekommen: Eine Einführung in das Prinzip 'Einkommensteuererklärung'"
https://www.akademie.de/wissen/steuererklaerung-lohnsteuer-jahresausgleich

6.
Mit den steuerlichen Aspekten nebenberuflicher Selbstständigkeit befasst sich das Kapitel "Steuer und Buchführung" unseres Nebenberufs-Leitfadens:
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/steuern-buc...

Bitte beachten Sie: Alle Artikel entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

7.
Wenn Sie Ihren Einzelfall überprüfen lassen wollen, können Sie sich zum Beispiel an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Sozialversicherungspflicht oberhalb des Freibetrags

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen Dank für Ihr Engagement und Ihren Beiträgen auf dieser Internetseite!

Aufgrund Ihrer Erklärungen konnte ich bislang schon einige nützliche Informationen sammeln, die zur Beantwortung meiner Frage bereits dienlich waren.

Ich hoffe Sie können mir bei meiner Frage auch behilflich sein.

Folgende Informationen über meine Situation sollte ich Ihnen natürlich mitteilen:

- ich gehe einer hauptberuflichen Beschäftigung nach
- zudem übe ich eine Lehrtätigkeit (Übungsleiter eines Praktikums an der Fachhochschule) aus
- die Lehrtätigkeit wurde letztes Jahr begonnen und nach Abschluss des Praktikums (dieses Jahr) im Kalenderjahr 2017 mit 1624 € vergütet
- da mir die Tätigkeit ziemlich viel Spaß bereitete, wollte ich sie in diesem Jahr (sofern es sich auch finanziell lohnt, s.u.) im doppelten Umfang weiter fortsetzen, wobei ich letzten Endes Nebeneinkünfte als Übungsleiter in Höhe von 4.872 € für das Jahr 2017 erhalte
- mir ist bekannt (oder zumindest habe ich es so verstanden), dass nur die Differenz zum Freibetrag (also 2.472 €) steuerpflichtig sind

Nun meine Frage:
Ist dieser Differenzbeitrag auch sozialversicherungspflichtig? (Sie erwähnten in einem anderen Beitrag, siehe http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/sozialversic... , dass die Gruppe der Übungsleiter/ Dozenten davon immer betroffen seien) Wenn ja, wie hoch ist der Satz, der dafür berechnet wird? Und an wen sollte/ muss ich mich wenden? - Deutscher Rentenversicherungsbund?

Noch eine kleine Frage zur abgeführten Einkommenssteuer: Wird der steuerpflichtige Anteil (2.472 €) auf das Bruttoeinkommen meiner Hauptbeschäftigung dazu addiert und entsprechend der Steuerklasse (III) berechnet?

Bitte verzeihen Sie mir die vielen Fragen, ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.

Vielen Dank im Voraus und Grüße aus Kerpen,
Manuel

Antwort: Sozialversicherungspflicht oberhalb des Freibetrags

Hallo Manuel,
vielen Dank für die freundliche Rückmeldung. Sie haben recht, das sind wirklich viele Fragen - aber mal schaun, was sich machen lässt. :-)

Vorweg: Wie Sie wissen, ist eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ob Ihre - über den Übungsleiter-Freibetrag hinausgehenden - Einkünfte rentenversicherungpflichtig sind, kann ich nicht beurteilen. Sie sollten aber darauf vorbereitet sein, dass Sie früher oder später Post von der Deutschen Rentenversicherung bekommen.

2.
Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt derzeit m. W. 18,7 %.

3.
Am besten fragen Sie in der Personalabteilung Ihrer Fachhochschule nach: Hochschulen und andere Bildungsträger, die externe Dozenten beauftragen, kennen das Problem (und oft auch die Lösung... :-)).

4.
Ob Ihre nebenberuflichen Einkünfte auf dem Weg der Lohnsteuer versteuert werden, hängt davon ab, ob Sie die Tätigkeit selbstständig oder als Arbeitnehmer ausüben. Beides ist möglich:

4a.
Wenn Sie als Arbeitnehmer arbeiten, werden Sie bei Ihrem zweiten Arbeitnehmer grundsätzlich mit Steuerklasse VI geführt: Diese Lohnsteuerklasse kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Arbeitnehmer einer zweiten (oder weiteren) Tätigkeit nachgeht. In der Regel führt das zu einer unverhältnismäßig hohen Steuerbelastung, die Sie aber im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung wieder erstattet bekommen.

4b.
Wenn Sie als Selbstständiger arbeiten, müssen Sie in jedem Fall eine jährliche Einkommensteuererklärung abgeben. Angesichts des vergleichsweise geringen Umfangs der selbstständigen Einkünfte fallen (die von Selbstständigen normalerweise analog zur Lohnsteuer verlangten vierteljährlichen) Einkommensteuervorauszahlungen bei Ihnen vermutlich nicht an.

5.
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach. Sie können aber auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kombination studentischer Freibetrag und Übungsleiterfreibetrag

Hallo,

ich führe zurzeit als Student eine Beschäftigung mit Übungsleiterfreibetrag aus. Ich werde nächsten Monat einen weiteren Nebenjob in Teilzeit ausüben auf den jährlichen Freibetrag für Studenten, d.h. ein Verdienst von ca. 720 € pro Monat.
Kann ich den Übungsleiterfreibetrag und den jährlichen Freibetrag von ca. 8600 € miteinander kombinieren, oder fallen Steuerabgaben an?

MFG User10

Kombination studentischer Freibetrag und Übungsleiterfreibetrag

Guten Tag, User10,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Der steuerfreie Grundfreibetrag von zurzeit 8.820 Euro (2017) sorgt dafür, dass das Existenzminimum nicht durch Steuern gemindert wird. Der Freibetrag steht allen Steuerpflichtigen zu. Mit dem Studentenstatus hat das nichts zu tun.

2.
Da die Übungsleiterpauschale ebenfalls steuerfrei ist, können Sie bis zu 11.220 Euro pro Jahr verdienen, ohne Steuern zahlen zu müssen.

3.
Genau genommen liegt die Obergrenze in den meisten Fällen noch höher, weil vom tatsächlichen Einkommen noch eine Reihe von Werbungskosten, Sonderausgaben und ggf. weiteren Belastungen abgezogen wir, bevor das "zu versteuernde Einkommen" feststeht.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Übungsleiter-und Ehrenamtspausch. bei einem Lohnsteuerhilfeverei

kann ein Lohnsteuerhilfeverein e.V. eine Übungsleiterpauschale oder Ehrenamtspauschale an
den Berartungsstellenleiter zahlen oder muß ein Minijobb angemeldet werden. Der Beratungsstellenleiter ist gleichzeitig Rentner.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich vielmals im voraus

Mit freundlichen Grüße

Antwort: Übungsleiter-und Ehrenamtspausch. bei einem Lohnsteuerh

Guten Tag,
eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Anspruch auf die Übungsleiterpauschale hat der "Berartungsstellenleiter" eines Lohnsteuerhilfevereins mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, da sich die Tätigkeit nicht in der Aufzählung des § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... wiederfindet. Dort werden "Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten" sowie pflegerische Tätigkeiten aufgezählt.

2.
Ob die Ehrenamtspauschale infrage kommt, hängt davon ab, ob der Lohnsteuerhilfeverein die Voraussetzungen des § 3 Nr. 26a EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... erfüllt - insbesondere, ob es sich um eine "Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung)" handelt.

3.
Weitere Informationen zur Ehrenamtspauschale finden Sie in diesem Leitfaden im Abschnitt
"Ehrenamtspauschale für Vereins-Mitarbeit"
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/r...

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale > 2.400 € bei 2+ Vereinen

4 Fragen:

a) Gibt es eine ÜB-Pauschale für ehrenamtliche Tätigkeit, wenn kein Hauptberuf beim ÜB-Leiter vorliegt (1/3 Voraussetzung)?

b) Wenn mehr als 2 Vereine zahlen und sie zusammen über 2.400 €/Jahr kommen, was sollen die Vereine machen?

c) und wenn der monatliche Gesamtbetrag unterhalb 450 € liegt?

d) Was bedeutet das für die Vereine bzgl. Sozialversicherungspflicht?

Vielen Dank

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