Top10-Tipps für Gründer

Die wichtigsten Empfehlungen für Ihren Start in die Selbstständigkeit

Von: Robert Chromow
Stand: 18. März 2011 (aktualisiert)
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Über den Autor: Robert Chromow

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über fünfzehn Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Texter und Berater im eigenen Projektbüro. Print- und Online-Medien beziehen dort Fach- und Serviceartikel sowie Lernmaterialien. Außerdem schreibt er Handbücher, Webtexte und Newsletter für Unternehmen.

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Gründer-Tipps, Teil 1

Bei Leseranfragen, Coachings und Beratungen erleben wir immer wieder, dass Gründungswillige und Jungunternehmer den Wald vor lauter Bäumen nicht (mehr) sehen. Und weil sich Probleme und Lösungsvorschläge naturgemäß immer wieder ähneln, haben wir im folgenden Beitrag einmal die wichtigsten Ratschläge für neue Selbstständige zusammengestellt.

Zugegeben: Als generelle Richtschnur für Gründungen jeder Art und Größenordnung taugen die folgenden Praktiker-Empfehlungen nicht. Aber wer mit dem Gedanken an eine Selbstständigkeit spielt, findet darin bestimmt manche brauchbare Anregung und den einen oder anderen bedenkenswerten Gesichtspunkt:

1. Kunden- statt Subventions-Orientierung

Zuschüsse zum persönlichen Lebensunterhalt (wie der Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur) oder auch betriebliche Anschub-Finanzierungen sind grundsätzlich begrüßenswert. Lassen Sie sich dadurch aber nicht dazu verführen, Ihr Hauptaugenmerk auf staatliche Förderungen zu legen: Die fortgesetzte Jagd nach zusätzlichen oder wiederholten Beihilfen lohnt sich einfach nicht - zumindest für kleinere Vorhaben.

Abgesehen davon verstellt das "Subventions-Rittertum" den Blick auf das eigentliche Geschäftsfeld: Was Sie brauchen, sind marktgängige Produkte und Dienstleistungen - und die Kunden dafür: Ganz reale zahlungsfähige und zahlungsbereite Kunden, die für Ihre Waren und Services Geld auf den Tisch legen oder auf Ihr Konto überweisen. Sich damit zu beschäftigen ist auf Dauer allemal Erfolg versprechender als die Hoffnung auf fortgesetzte staatliche Unterstützungszahlungen.

Kunden finden

Klar: Den Königsweg zum Kunden gibt es nicht. Welche Alternativen es zu hilflosen Mailings oder telefonischen Kalt-Akquisen bei der Kontaktanbahnung gibt, skizziert der Kurzkurs "Auftrags-Akquisition: Wie gewinne ich Kunden?" Das Infopaket ist für akademie.de-Mitglieder reserviert. Falls Sie noch nicht Mitglied sind: Sie können jederzeit einen 14-tägigen kostenlosen und risikofreien Test starten.

2. Testen, testen, testen!

Auf dem Weg zum eigenen Unternehmen sehen Sie sich an jeder Ecke mit "Eignungstests" konfrontiert: Fragebögen der Marke "Sind Sie ein Unternehmertyp?" oder "Sind Sie bereit, in den ersten Jahren auf Urlaub zu verzichten?" ermöglichen aber in den seltensten Fällen verlässliche Rückschlüsse auf Ihre Eignung als Selbstständiger.

Entscheidend ist vielmehr Ihr Verhalten "in freier Wildbahn". Deshalb: Lassen Sie Testballons steigen! Niemand hindert Sie daran, praktische Erfahrungen als nebenberuflicher Unternehmer zu sammeln. Das gilt übrigens auch für Arbeitslose! Probieren Sie's einfach aus. Solange es sich um einzelne Versuchsballons handelt, brauchen Sie vielfach noch nicht einmal einen Gewerbeschein.

Tipps für Tests

Mitglieder von akademie.de finden dazu im Infopaket Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit zahlreiche Anregungen. Vor allem die Kapitel ...

... enthalten viele konkrete Tipps für ganz legale Probeläufe und deren Abrechnung mit der Arbeitsagentur.

3. Fragen, fragen, fragen!

Das Studium von Büchern und noch so fundierten Online-Quellen ersetzt nicht das Gespräch mit erfahrenen Menschen. Deshalb: Suchen Sie unbedingt den Kontakt zu Praktikern. Sprechen Sie mit Selbstständigen und Unternehmern. Fragen Sie andere Gründer nach deren Erfahrungen. Natürlich dürfen Sie sich deren Eindrücke und Meinungen nicht kritiklos zu eigen machen. Doch konkrete Praxiserfahrungen sind totem Lehrbuchwissen im Geschäftsleben in aller Regel haushoch überlegen.

Weiterer Vorteil: Im Gespräch mit Gleichgesinnten merken Sie, dass es sich bei Wissenslücken, Unsicherheiten, sporadischen Selbstzweifeln oder gar Angst keineswegs nur um Ihre persönlichen "Macken" handelt. Sie gehören ebenso zum Geschäftsleben wie mehr Selbstbestimmung, Erfolgserlebnisse und wachsendes Selbstvertrauen.

Machen Sie sich auch das Know-how lokaler Berater und Experten zunutze: Die Mitarbeiter von Kammern, Behörden, ja sogar Finanzämtern sind in vielen Fällen qualifizierter und kooperativer als die veröffentlichte Meinung es glauben macht. Wenn Sie mehrere Quellen anzapfen, laufen Sie außerdem weniger Gefahr, falschen und für Sie ungünstigen Informationen aufzusitzen.

Ratgeber finden

Unter dem Motto "... wer nicht fragt, bleibt dumm!" beschreiben wir im Beitrag "Ist guter Rat teuer?" den Weg zu kompetenten und noch dazu kostenlosen Ratgebern. Wie Sie den richtigen professionellen Rechts-, Steuer-, Unternehmens-, Organisations- und Personal- oder auch Versicherungsberater finden, erläutert der Artikel "Berater finden".

4. Ball flach halten

So wichtig die schicke Büro-Einrichtung, der repräsentative Geschäftswagen, die originelle Website, unverwechselbare Briefbögen und Visitenkarten sein mögen: Sie stellen in den seltensten Fällen Erfolg eines Unternehmens sicher. Verzichten Sie in der Anfangsphase auf hohe Image-Investitionen und nach Möglichkeit auf langfristig bindende Miet-, Leasing- und Kaufverträge.

Beschränken Sie sich auf die Finanzierung Ihres Kern-Bedarfs und besinnen Sie sich auf die gute, alte Sparsamkeit. Denken Sie daran, dass sich auch betriebliche Produktionsmittel wie Maschinen, Anlagen, Büroeinrichtungen gebraucht kaufen lassen: Viele Einsteiger in die Selbstständigkeit kommen auf diese Weise ganz ohne Fremdkapital aus.

Die meisten auf Dauer erfolgreichen Selbstständigen haben übrigens klein, schlicht und bescheiden angefangen. Glauben Sie bloß nicht, dass Sie Ihre Geschäftspartner mit Statussymbolen beeindrucken können: Profis wissen Seriosität und Genügsamkeit zu schätzen. Sie durchschauen Aufschneider blitzschnell.

Private Gegenstände einbringen

Vergessen Sie dabei nicht, betrieblich genutzte Privatgegenstände auch als betrieblichen Aufwand auszuweisen. Wie das geht, erläutert der Beitrag "Abschreibungen: Privatgegenstände nicht vergessen!" Auch mit dem Kostenmanagement im Kleinbetrieb haben wir uns an anderer Stelle bereits ausführlich beschäftigt.

5. Mindest-Unternehmerlohn ermitteln

Wissen Sie genau, wie viel Kohle Sie aufs Jahr gesehen brauchen, damit der heimische Ofen raucht? Während die Gehaltsvorstellungen bei Angestellten meist recht konkret sind, verzichten viele Gründer darauf, ihren persönlichen Bedarf und den ihrer Familie genau zu ermitteln. Doch selbst wenn sich Unternehmensgewinne nicht so sicher prognostizieren lassen wie Löhne und Gehälter: Auch als Selbstständiger müssen Sie mit Ihrem Einkommen auskommen. Es stellt die Basis Ihrer Umsatz- und Gewinnplanungen dar.

Lebenshaltungskosten auf dem Prüfstand

Unter der Überschrift "So ermitteln Sie Ihren privaten Finanzbedarf", zeigen wir, wie Sie Ihre laufenden Lebenshaltungskosten im Blick behalten. Ein praktisches Kalkulationsblatt sorgt dafür, dass Sie bei der Bestandsaufnahme keine wichtige Ausgabenposition übersehen.

Denken Sie daran, dass Sie auch die Altersvorsorge aus Ihren Unternehmensgewinnen bestreiten müssen. Selbst wenn Sie die tatsächlichen Einzahlungen in Renten- oder Lebensversicherungen während der Anlaufphase auf das nötigste Maß beschränken: Planen Sie auf Grundlage Ihrer bisher erworbenen Renten- und Versicherungsansprüche, wie hoch Ihre künftigen jährlichen "Rücklagen" sein müssen, damit Sie Ihren Mindest-Lebensstandard auch im Alter halten können. Hilfestellung leistet Dietrich von Hases "Grundkurs Finanzplanung: Kassensturz für Vermögen und Rente".

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Ist das die Reaktion auf den Beitrag von Freelancer-Blog.de?
http://www.freelancer-blog.de/in-10-schritten-zum-freelancer/

Nein, dieser Artikel hier ist keine "Reaktion" auf den genannten Artikel. So ein Schritt-für-Schritt-Beitrag ("In vier Wochen von Null auf Hundert") wäre aber eine prima Ergänzung zu unserer Tipp-Top10. Mal schaun, was sich machen lässt. ;-)
Danke für den Hinweis und schöne Grüße
Robert Chromow
PS: Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich weiß nicht, wann genau der Artikel im Freelancer-Blog erschienen ist - dieser hier ist jedenfalls seit über 5 Jahren online, genau genommen seit dem 29. Januar 2004:
http://tinyurl.com/dekpde

Wer mehr von Günter Faltin im Netz sucht, dem empfehle ich www.entrepreneurship.de . Hier finden sich weitere kostenlose Texte und Videos des Entrepreneurship-Professors aus Berlin.

Seit Dezember gibts "Kopf schlägt Kapital" auch als Hörbuch. http://bit.ly/d1w7mp